Brasilianischer Ölkonzern Petrobras meldet Rekordverlust

  22 März 2016    Gelesen: 743
Brasilianischer Ölkonzern Petrobras meldet Rekordverlust
Der im Zentrum einer politischen Korruptionsaffäre stehende brasilianische Ölkonzern Petrobras hat für das vergangene Jahr einen Rekordverlust gemeldet. Das staatliche Unternehmen schloss 2015 mit einem Minus von 34,8 Milliarden Reais (gut 8,5 Milliarden Euro) ab, wie Petrobras am Montag mitteilte. Als Gründe nannte der Konzern Abschreibungen, den massiven Einbruch des Ölpreises und den Wertverlust der brasilianischen Währung.
Das Jahr 2015 sei für die gesamte Ölindustrie "extrem schwierig" gewesen, sagte Petrobras-Chef Aldemir Bendine vor Journalisten. Die Produktion von Erdöl und Erdgas stieg zwar um vier Prozent auf durchschnittlich 2,79 Millionen Barrel pro Tag; die Exporte kletterten um 55 Prozent. Unterm Strich machte der Konzern aber mehr Verluste als noch 2014. Petrobras wies für 2015 erst das zweite Mal in der Unternehmensgeschichte rote Zahlen aus.

Besonders schlecht fiel das vierte Quartal aus: Allein in diesem Zeitraum machte Petrobras einen Verlust von 36,9 Milliarden Reais - zehn Mal so viel wie ein Jahr zuvor.

Der Ölkonzern steht im Zentrum einer weitverzweigten Korruptionsaffäre, in die dutzende Politiker von Regierung und Opposition verwickelt sind. Ein Großteil der Vorwürfe ist mit den Geschäften von Petrobras verknüpft. Allein im Zusammenwirken zwischen Petrobras und Baufirmen sollen umgerechnet fast zwei Milliarden Euro falsch ausgewiesen worden sein, um Bestechungszahlungen an Politiker und Parteien abzweigen zu können.

Die konservative Opposition beschuldigt Präsidentin Dilma Rousseff, ihren Wahlkampf im Jahr 2014 illegal mit Spenden von Petrobras-Zulieferern finanziert zu haben. Auch Rousseffs Vorgänger Luiz Inácio Lula da Silva wird vorgeworfen, in den Skandal verwickelt zu sein. Rousseff ernannte Lula in der vergangenen Woche zu ihrem Stabschef. Die Opposition wirft ihr vor, mit der Ernennung die strafrechtliche Verfolgung ihres langjährigen Weggefährten erschweren zu wollen.

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