Diesen Sommer jährt sich der Amoklauf, der erste auf einem amerikanischen Campus, zum fünfzigsten Mal. Und genau am 1. August tritt ein neues Gesetz in Kraft, das es Studenten an texanischen Universitäten - darunter Austin - erlaubt, Schusswaffen mit sich zu führen. Im vergangenen Jahr verabschiedete die konservative Mehrheit in Texas das Gesetz, das an der Spitze landesweiter Versuche steht, das Prinzip des "Concealed Carry" auch auf staatliche Universitäten auszudehnen.
"Concealed Carry" an der Uni
US-Bürger dürfen in allen Bundesstaaten Waffen verdeckt bei sich tragen, allerdings häufig unter bestimmten Voraussetzungen (von Vorstrafenfreiheit über Mindestalter 21 bis zur Absolvierung eines Tests) und nicht überall (zum Beispiel nicht in Behördengebäuden). Die Regelungen für Universitäten sind ebenfalls unterschiedlich:
18 Bundesstaaten haben Waffen auf dem Campus explizit verboten, zuletzt verabschiedete vergangenes Jahr Kalifornien ein entsprechendes Gesetz.
An den Universitäten in Colorado, Idaho, Kansas, Mississippi, Oregon, Utah und Wisconsin ist "Concealed Carry" bereits erlaubt.
23 weitere Bundesstaaten überlassen die Entscheidung den Bildungseinrichtungen, doch dieses "Die Uni kann das zulassen" soll nun in konservativen Bundesstaaten zu einem "Die Uni muss das zulassen" werden.
Texas hat 2015 ein entsprechendes Gesetz verabschiedet, in Georgia liegt ein Gesetz beim Gouverneur und in acht weiteren Staaten wird gerade darüber beraten (Alaska, Arizona, Florida, Kentucky, Michigan, Missouri, Ohio und Tennessee).
Unter Dozenten und Studenten an texanischen Universitäten wird das neue Gesetz schon seit Monaten emotional diskutiert. Zwei Dozenten haben die Uni in Austin in diesem Zusammenhang verlassen. Daniel Hamermesh, ein Wirtschaftswissenschaftler, begründete seinen Abschied so: "Ein unzufriedener Student mit einer Pistole könnte überschnappen, die Waffe ziehen und den Dozenten erschießen. Mit 500 Studenten in meinen Vorlesungen ist das nicht unmöglich." Er lehrt inzwischen in London. Der Dekan der Fakultät für Architektur arbeitet nun in einem anderen Bundesstaat.
Studenten können klagen - gegen Waffenverbot des Dozenten
In Houston machte die Präsentation des gemeinsamen Fakultätssenats Schlagzeilen. Zu den aufgeführten Ratschlägen angesichts der neuen Sicherheitslage gehört die Streichung sensibler Themen aus dem Lehrplan und die Einschränkung von Gesprächsterminen mit Studenten, wenn diese Schusswaffen ins Professorenbüro mitbringen dürfen.
Tags:






