Mehr als 717.000 Afghanen wurden in den letzten drei Monaten aus dem Iran abgeschoben

  09 Juli 2025    Gelesen: 324
  Mehr als 717.000 Afghanen wurden in den letzten drei Monaten aus dem Iran abgeschoben

In den letzten drei Monaten wurden 717.658 afghanische Staatsbürger aus dem Iran abgeschoben.

AzVision berichtet, dass dies von Nader Yarahmadi, Leiter des Zentrums für ausländische Staatsbürger und Flüchtlinge des iranischen Innenministeriums, erklärt wurde.

Ihm zufolge dürfen afghanische Staatsbürger die Grenzübergänge Dogarun in der Provinz Khorasan-Razavi, Mahirud in der Provinz Süd-Chorasan und Milak in der Provinz Sistan und Belutschistan nicht passieren.

Berichten zufolge wurden Flüchtlinge aus Afghanistan, die in der Islamischen Republik Zuflucht gesucht hatten, über den Grenzübergang Islam Qala in Herat aus dem Iran abgeschoben.

Vor einem Monat gab das iranische Innenministerium bekannt, dass Afghanen ohne Aufenthaltspapiere in der Islamischen Republik das Land bis zum 6. Juli verlassen müssen.

Offizielle Angaben aus Teheran bezifferten die Zahl der afghanischen Flüchtlinge im Land auf 6,1 Millionen, von denen etwa 4 Millionen ohne Papiere seien und daher das Land verlassen müssten.

N. Yarahmadi kommentierte die Verbreitung „rassistischer“ Beleidigungsvideos gegen Afghanen im Iran:

Wir sind keine Rassisten und stimmen den harschen Äußerungen im Internet nicht zu. Wären wir Rassisten, hätten wir Afghanen jahrelang keinen Schutz gewährt. Wir sind Nachbarn und sollten zusammenleben.

Entgegen der Aussage des iranischen Beamten berichteten UN-Organisationen, dass viele Menschen, die die Grenze überquerten, von Druck oder sogar Verhaftung und Zwangsabschiebung durch die iranischen Behörden berichteten. So sprach beispielsweise Aref Atai, ein 38-jähriger Migrant, über den Druck, dem Afghanen im Iran ausgesetzt sind:

Manche Menschen verlassen ihre Häuser nicht, weil sie Angst haben. Sie schicken ihre Kinder nicht los, um Brot zu kaufen. Manchmal werden sogar Kinder verhaftet.

Die UN warnte, dass eine Welle afghanischer Rückführungen und Abschiebungen ein Land destabilisieren könnte, das bereits mit akuter Armut, Arbeitslosigkeit und den Folgen des Klimawandels zu kämpfen hat.

Die Organisation rief die Aufnahmeländer afghanischer Flüchtlinge dazu auf, diese nicht zwangsweise zurückzuschicken.


Tags:


Newsticker