Zuckerberg schließt Manipulation nicht aus

  13 Mai 2016    Gelesen: 664
Zuckerberg schließt Manipulation nicht aus
In die Diskussion über mögliche Manipulationen bei Facebooks Nachrichtentrends hat sich nun auch Firmenchef Zuckerberg eingeschaltet. Und auf einmal hört sich das Dementi nicht mehr ganz so eindeutig an.
Facebook-Chef Mark Zuckerberg hat sich erstmals zu den Vorwürfen geäußert, dass sein Unternehmen Nachrichtentrends zulasten Konservativer manipuliert habe. Man habe keine Hinweise darauf gefunden, dass dies stimme, schreibt er. Es gebe strenge Richtlinien, die es nicht zuließen, dass ein Standpunkt zu einem Thema einem anderen vorgezogen werde - oder dass politische Ansichten unterdrückt würden.

Facebook nehme die Vorwürfe sehr ernst und führe nun eine umfangreiche Untersuchung durch, um sicherzustellen, dass "die Teams die Redlichkeit des Produkts gewahrt" hätten. Will sagen: Eigentlich dürfte so eine Manipulation nicht passieren, und wenn doch, wäre sie ein Verstoß gegen Facebooks selbstgesetzte Standards.

Ausschließen will Zuckerberg nichts

Allerdings lassen Zuckerbergs Formulierungen durchaus die Möglichkeit zu, dass es zu einer solchen Manipulation gekommen ist, nur eben ohne das Wissen der Firmenleitung. Zuckerberg kündigt außerdem an, er werde sich in den nächsten Wochen mit führenden US-Konservativen und mit Vertretern aller Bereiche des politischen Spektrums zu Gesprächen treffen.

Auffallend ist, dass Zuckerberg im Gegensatz zu früheren Äußerungen von Facebook-Managern nicht ausschließt, dass eine solche Manipulation technisch möglich wäre.

Trending" nur in englischsprachiger Version

Die "Trending"-Kategorie, um die es geht, gibt es derzeit nur in der englischsprachigen Facebook-Version. Rechts oben auf der Seite sollen Themen angezeigt werden, über die im Freundeskreis des Nutzers und bei Facebook insgesamt gerade viel geschrieben und diskutiert wird. Nach Auskunft von Facebook filtert zunächst ein Algorithmus die Themen aus der Vielzahl an Einträgen heraus. Anschließend prüfen Mitarbeiter die Vorschläge, zum Beispiel auf doppelte Einträge.

Die Webseite "Gizmodo" hatte am Montag einen Artikel veröffentlicht, in dem nicht namentlich genannte ehemalige Facebook-Mitarbeiter davon berichten, dass zum Beispiel Artikel über konservative Themen und Politiker oder solche von konservativen Nachrichtenquellen regelmäßig aus "Trending" gelöscht worden seien.

Quelle: tagesschau.de

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