San Francisco: Bürgermeister zwingt Polizeichef zum Rücktritt

  20 Mai 2016    Gelesen: 992
San Francisco: Bürgermeister zwingt Polizeichef zum Rücktritt
In San Francisco hatten Polizisten eine Afroamerikanerin erschossen, die mit einem gestohlenen Auto unterwegs war. Wenige Stunden später trat der Polizeichef der Stadt ab.
Nach tödlichen Schüssen bei der versuchten Festnahme einer Afroamerikanerin in San Francisco räumt der Polizeichef der US-Metropole seinen Posten. Greg Suhr sei seiner Aufforderung zum Rücktritt nachgekommen, sagte der Bürgermeister der Stadt, Ed Lee. Er hoffe, dass der Wechsel in der Polizeiführung die Stadt heilen werde. Suhrs Nachfolger ist der bisherige Vize Toney Chaplin.

Aktivisten fordern seit Monaten Suhrs Rücktritt. Im Dezember hatten mehrere Polizisten einen mutmaßlichen Messerstecher, einen 26-jährigen Afroamerikaner, erschossen. Am Donnerstagmorgen wurde dann im selben Stadtteil eine 27-jährige Schwarze von Polizisten getötet - sie war nach Behördenangaben in einem gestohlenen Auto unterwegs und hatte Aufforderungen zum Anhalten ignoriert.

Suhr hatte noch selbst zu dem Vorfall Auskunft gegeben. Ob die Frau bewaffnet war, wisse er nicht, sagte der Polizeichef. Nur wenige Stunden später fiel die Entscheidung zum Rücktritt in einem Gespräch mit dem Bürgermeister.

"Die vergangenen Monate haben unsere Stadt erschüttert und entzweit", sagte Lee. Die seit vielen Jahren schwelenden Spannungen zwischen Polizisten und schwarzen Gemeinden seien offen zutage getreten. Zwar habe es in der jüngsten Vergangenheit Fortschritte gegeben, diese seien aber nicht ausreichend gewesen, "für mich nicht und für Greg nicht", sagte Lee. Daher habe er den Polizeichef gebeten, zurückzutreten.

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