Unter anderem nahmen auch die Geschlechtsorgane des Jungen in dem zarten Alter eine Größe an, die sich mit einer raschen frühkindlichen Entwicklung nicht mehr erklären ließen. Anfangs gingen die Eltern des Kleinen bei dessen rapiden Wachstum noch davon aus, dass ihr Baby einfach sehr groß sei. Als sich in den Folgemonaten der dramatische körperliche Wandel ihres Kindes jedoch nicht verringerte, wurde auch ihnen bewusst, dass etwas nicht stimmen konnte und sie suchten schließlich ärztlichen Rat.
Bartwuchs und Stimmbruch im zweiten Lebensjahr
Nur wenige Monate nach seinem ersten Geburtstag war der Junge bereits 95 Zentimeter groß und überragte dabei den Durchschnitt seiner Altersgenossen um stattliche 10 bis 15 Zentimeter. Darüber hinaus zeigten sich schon erste Anzeichen für Bartwuchs und Körperbehaarung und der Stimmbruch schien bereits einzusetzen. Alles Symptome, die gemeinhin mit der im Normalfall deutlich später beginnenden Pubertät einhergehen.
"Sein Testosteron-Level war außergewöhnlich hoch und entsprach in etwa den Werten eines 25-Jährigen", zitiert die Zeitung Dr. Vaishakhi Rustagi, bei dem sich der Junge mittlerweile in Behandlung befindet. Der hohe Testosteronspiegel ist dem Mediziner zufolge auch der Grund für die extremen physischen Veränderungen, die das Kind bereits in der Säuglingsphase erlebte.
Hormonelle Anomalie führt auch zu sexuellem Verlangen
Diese hormonelle Anomalie führe auch zu sexuellem Verlangen, mit welchem der Junge in diesem Alter selbstverständlich völlig überfordert sei, erklärte der Arzt gegenüber der "Hindustan Times". "Vorzeitige Pubertät ist für ein Kind in diesem Alter traumatisch. Das Baby kann seine Gefühle nicht zum Ausdruck bringen und versteht nicht, was mit ihm passiert, während die Eltern die Situation vollkommen verwirrt", sagte Dr. Rustagi der Tageszeitung.
Laut Dr. Rustagi sei das Krankheitsbild der vorzeitigen Pubertät eine äußerst seltene Erscheinung. Bei Kindern unter acht Jahren läge die Wahrscheinlichkeit für so einen Fall lediglich bei 0,001 Prozent, also bei einem Kind von 100.000. Im Falle des kleinen Jungen aus Neu-Delhi haben Tests ergeben, dass es für die Fehlentwicklung keine erkennbaren Ursachen gebe, wie etwa einen Tumor, weshalb die Ärzte den jungen Patienten mit einer Hormontherapie behandeln.
Experte: Werden solche Kinder nicht behandelt, neigen sie zur Gewalttätigkeit
Mithilfe von monatlichen Injektionen soll der hormonelle Effekt der drastisch erhöhten Testosteronwerte blockiert werden. Würde eine medizinische Behandlung unterbleiben, laufen derartige Kinder dem Spezialisten zufolge Gefahr, gewalttätig zu werden, da die körperlichen Veränderungen schlicht nicht ihrem Alter entsprächen. Darüber hinaus könne man damit rechnen, dass die Betroffenen nach wenigen Jahren nicht mehr weiter wachsen und demzufolge eine Körpergröße von etwa 90 bis 120 Zentimeter zumeist nicht überschreiten.
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