So wollen sie laut dem Bericht ausnahmsweise Tariferhöhung im öffentlichen Dienst berücksichtigen. Doch soll dies ein einmaliger Vorgang sein. Wenn 2019 die nächste Erhöhung ansteht, soll das Plus im öffentlichen Dienst dann nicht mehr in die Berechnung einfließen. Darauf jedoch wollen sich die Gewerkschaftsvertreter nicht einlassen.
Zur Festsetzung des Mindestlohns orientieren sich die neun Kommissionsmitglieder aus Wirtschaftsverbänden, Gewerkschaften und der Wissenschaft an der Steigerung des durchschnittlichen tariflichen Stundenlohns seit 2014, die 3,2 Prozent beträgt. Dann aber wäre man bei 8,77 Euro.
Noch einen Schritt weiter will Verdi-Chef Frank Bsirske gehen. Nach seinem Willen sollen sogar die abgeschlossenen, aber noch nicht wirksamen Tarifverträge für Metall und Elektro sowie den Öffentlichen Dienst mit zur Grundlage gemacht werden. Dann läge die Lohnuntergrenze bei 8,87 Euro. Insgesamt plädierte er für eine spürbare Anhebung. "Der Mindestlohn muss im kommenden Jahr neun Euro erreichen und dann in schnellen Schritten in Richtung zehn Euro weiterentwickelt werden", sagte er der dpa. Die Bedingungen dafür seien sind im Moment aber nicht günstig, bedauerte der Verdi-Chef. "Die Arbeitgeber versuchen, die nötige Anpassung zu blockieren."
"Abweichungen vom Tarifindex brauchen in der Mindestlohnkommission eine Zwei-Drittel-Mehrheit - das ist sehr unglücklich", kritisierte Bsirske. "Es ist eine Fehlkonstruktion, wenn nur das Eingang finden darf, was bereits an die Beschäftigten ausgezahlt wird."
Quelle: n-tv.de
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