Es ist der dritte Verhandlungstag im Prozess gegen Gina-Lisa Lohfink, die Frau, deren Namen viele bis dahin noch nie gehört haben, die aber über Nacht zur Märtyrerin für die Frauenbewegung wurde. Sie muss sich vor dem Amtsgericht Tiergarten wegen des Vorwurfs der Falschaussage verantworten. Der Fall ist inzwischen hinreichend bekannt. Es geht um einen Prozess wegen Vergewaltigung, den sie gegen zwei Männer, Pardis F. und Sebastian C. verloren hat. Die Männer wurden vom Vorwurf der sexuellen Nötigung freigesprochen, aber zu einer Geldstrafe verurteilt, weil sie Videos von dem Sex zu dritt im Internet verbreitet hatten. Jetzt steht Lohfink wegen Falschaussage am Pranger. Sie soll die beiden Männer zu Unrecht beschuldigt haben, sie mit K.-o.-Tropfen betäubt zu haben.
Beinahe zu filmreif, um wahr zu sein
Eine Story mit vielen Fragezeichen, beinahe zu filmreif, um wahr zu sein. Doch Lohfink bekommt prominente Unterstützung. Der Bundesjustizminister will den Fall zum Anlass nehmen, um das Sexualstrafrecht zu verschärfen. Ein Nein soll künftig reichen, um Männer in die Schranken zu weisen. Eine Forderung, die Feministinnen schon lange vertreten. Entsprechend triumphal ist der Empfang, den sie der 29-Jährigen am dritten Prozesstag bereiten. Vor dem Amtsgericht haben sie ihre Plakate entrollt. "Du bist nicht allein", steht darauf. Femen-Aktivistinnen begleiten Lohfink auf dem Weg zum Gerichtssaal. Sie skandieren: "Gina-Lisa, mach weiter".
Quelle : welt.de
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