In der Europäischen Währungsunion finanzierten sich Firmen hauptsächlich über Kredite. Kleine und mittlere Unternehmen stützten sich fast ausschließlich darauf. Dies spiegele sich auch in den Bankbilanzen.
Deshalb seien detaillierte und qualitativ hochwertige Informationen für die Geldpolitik und die Finanzstabilität sehr wichtig. „Daher bin ich überzeugt, dass AnaCredit eine zentrale Rolle bei der Unterstützung unserer Schlüsselfunktionen als Zentralbank spielen wird“, so die frühere Direktorin der deutschen Finanzaufsicht Bafin.
Nach heftiger Kritik aus Deutschland hatte die EZB Pläne für die komplette Erfassung von Problem-Darlehen in einem Kreditregister ad acta gelegt. Sie will sich im Rahmen des Registers auf eine Meldegrenze für womöglich notleidende Kredite ab einer Summe von 25.000 Euro beschränken.
Das System AnaCredit soll am 30. September 2018 starten. Die EZB hofft, dass sie mit den vielen Kreditdaten besser beurteilen kann, wie sich ihre Geldpolitik auf die Realwirtschaft auswirkt. Viele Banken befürchten jedoch einen hohen bürokratischen Aufwand. Für die Kontrolle der Geldhäuser sind die Daten aus Sicht der deutschen Finanzaufsicht wiederum nicht nötig.
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