Nukleare Bedrohung in schmelzenden Gletschern entdeckt

  06 Auqust 2016    Gelesen: 386
Nukleare Bedrohung in schmelzenden Gletschern entdeckt
Wissenschaftler der York University (Kanada) haben festgestellt, dass die globale Erwärmung zur Befreiung der nuklearen Abfälle führen kann, die in Gletschern in Grönland beerdigt wurden.
Durch die Eisschmelze drohen Abfälle des ehemaligen Atomwaffenstützpunkts Camp Century freigelegt zu werden, heißt es in einem Artikel der Wissenschaftler in der Zeitschrift „Geophysical Research Letters“.

Camp Century wurde im Rahmen des geheimen US-Projekts „Eis-Wurm“ gebaut. Im Eis Grönlands sollte ein Tunnelsystem eingerichtet, um dort Hunderte Atomraketen zu stationieren. Allerdings wurde das Projekt aufgegeben und der Stützpunkt außer Betrieb gesetzt. Die Infrastruktur und Abfälle, darunter radioaktive und chemische Stoffe, wurden unter der Eisdecke beerdigt. Wie die Studie aber zeigte, kann die globale Erwärmung zum Schmelzen eines Teils der Eisdecke über Camp Century führen.

Die Wissenschaftler haben die Militärdokumente analysiert und festgestellt, dass in dem Stützpunkt rund 200.000 Liter Diesel-Kraftstoff und 240.000 Liter Abwässer gelagert werden. Die Abwässer könnten polychlorierte Biphenyle sowie radioaktive Kühlflüssigkeit aus dem Atomgenerator des Stützpunktes enthalten. Den Wissenschaftlern zufolge stellen diese Abwässer eine Gefahr für die Umwelt dar, weil sie in den Ozean gelangen und die Meeres-Ökosysteme beeinflussen könnten. Laut Analysen wird die intensive Schmelze des Gletschers um 2090 beginnen.

sputniknews.com


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