Milzbrand in Sibirien: Grund für massenhafte Ansteckungen bei Kindern nun bekannt

  10 Auqust 2016    Gelesen: 800
Milzbrand in Sibirien: Grund für massenhafte Ansteckungen bei Kindern nun bekannt
Die traditionelle Teilnahme von Kindern an der Herstellung von Fäden aus Rentiersehnen ist der Grund für die Ausbreitung von Milzbrand unter Jugendlichen auf der Halbinsel Jamal, berichtet die Chefin der russischen Verbraucherschutzaufsicht Rospotrebnadsor, Anna Popowa.
Laut der Chefin der Behörde war auffällig, dass viele Jugendliche erkrankten. Sie befanden sich in Quarantäne. Die Kinder wurden geheilt und aus dem Krankenhaus entlassen.

„Das ist eine Jahrhunderte währende Tradition: Die Kinder beteiligen sich an der Herstellung von Fäden aus Tiersehnen, die sie mit den Zähnen herausziehen“, so Popowa.

In dem Fall sei es fast unmöglich, sich nicht anzustecken.
Am 25. Juli war der Ausnahmezustand über die Halbinsel verhängt worden, weil bereits mehr als 2300 Rentiere der Infektion zum Opfer gefallen waren. Die Träger des Anthrax-Erregers sind nach Behördenangaben bisher ausschließlich Rentier-Hirten und ihre Tiere. Aus der gefährlichen Zone wurden mehr als 160 Menschen evakuiert. Ein zwölfjähriger Junge war an den Folgen der Krankheit gestorben. Der autonome Kreis der Jamal-Nenzen galt seit 1941 als Anthrax-frei.

Milzbrand oder Anthrax ist eine bakterielle Infektionserkrankung, die meist Tiere in Afrika, Asien und Teilen Europas befällt. Gefährdet sind in erster Linie Paarhufer wie Rinder. Menschen in Industrieländern sind äußerst selten betroffen. Milzbrand-Infektionen beim Menschen sind selten, aber sehr gefährlich. Einmal im Körper, vermehrt sich das Bakterium und bildet gefährliche Gifte, die ernste, lebensbedrohliche Symptome zur Folge haben. Ohne Antibiotika verlaufen fünf bis 25 Prozent der Fälle von Milzbrand tödlich.

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