Statt den Lanzentod auf der Aue zu finden, wird der 450 Kilogramm schwere Pelado nun zwar auch durch die Straßen der Stadt und über den Duero getrieben. Aber danach soll er unversehrt in den Stall zurückkehren und nicht wie sonst auf offenem Feld immer und immer wieder durchbohrt und aufgespießt werden.
Freilich bleibt ihm da nur eine Gnadenfrist bis zum Schlachthof. Denn sein Ende wird gleich sein, nur die Methode eine andere. Die Tierpartei (Pacme) feierte schon am Wochenende ihren „großen Sieg“ mit mehreren tausend Anhängern auf der Madrider Puerta del Sol. Dort forderte sie ein allgemeines Verbot aller Fiestas „mit Tierquälerei“.Für Letzteres war das alljährliche Erstechen eines Stiers durch lanzenbewehrte Amateure das zuletzt krasseste spanische Beispiel. Einmal hatte sogar der Diktator Franco, dem das auch nicht gefiel, kurzfristig ein Verbot verfügt, sich dann aber bald wieder dem Verlangen der Bürger von Tordesillas gebeugt. Diesmal scheint es endgültig zu sein für ein Fest, das seit 1980 sogar das Gütesiegel einer „Fiesta von nationalem touristischen Interesse“ besaß.
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