Der 27 Jahre alte Mann wollte weitertrampen, doch die Autos hielten für ihn am ersten Tag nicht an. Auch am zweiten Tag nahm ihn niemand mit. Und auch nicht am dritten. Oder vierten. Der Tourist bekam daraufhin einen heftigen Wutanfall, der nicht nur im Inselstaat, sondern in der internationalen Presse für ein Nachbeben sorgte. Der Mann sei vor Wut regelrecht durchgedreht, berichtet Paul Watson von der neuseeländischen Polizei. Erstes Opfer: Das Willkommensschild des unwillkommenen Zwischenhalts. Weitere Straßenschilder landeten im Fluss, der Tourist warf Steine und pöbelte Autofahrer an.
Mittelfinger statt Daumen raus
„Er lag mit dem Bauch auf der Straße und schrie, dass alle Neuseeländer Arschlöcher wären und er es gar nicht erwarten könne, wieder zurück nach Europa zu kommen“, berichtete Neil Mouat dem britischen Guardian. Mouat rief die Polizei hinzu, als die Situation drohte, noch weiter zu eskalieren. Der Tramper sei „ein verwöhnter Millenial“ gewesen, führte Mouat weiter aus. Dass er nicht mitgenommen worden war, habe vor allem daran gelegen, dass er an einer kaum einsehbaren Stelle auf Mitfahrgelegenheiten gewartet habe. Andere Bewohner zweifelten daran, dass der Franzose überhaupt wusste, wie man per Anhalter fährt: Statt den Daumen rauszuhalten habe er den Mittelfinger gezeigt.
Für den 27 Jahre alten Franzosen ging es nach den Anrufen von Anwohnern zunächst doch weiter nach Greymouth – allerdings auf dem Rücksitz eines Polizeiwagens. In Greymouth musste sich der Backpacker vor Gericht wegen mutwilliger Beschädigung verantworten. Er habe seit zwei Tagen nichts gegessen, was vermutlich zu seiner Wut beigetragen habe, erzählte der Mann der Polizei. Vor dem Greymouth District Court bekannte sich der Mann schuldig, fühlte sich aber ungerecht behandelt. Der wartenden Presse schlug er nach dem Gerichtstermin vor, den Namen „New Zealand“ zu „Nazi Zealand“ zu ändern, berichtet das britische Klatschblatt Daily Mail.
Er habe bereits über 80 Länder bereist, doch die Neuseeländer seien von allen getroffenen Menschen die Schlimmsten gewesen, so der Tourist. Auf den Mann kommen wegen seines Wutanfalls Kosten von 3000 neuseeländischen Dollar, umgerechnet knapp 2000 Euro zu. Obwohl ihm Neuseeland offensichtlich nicht gefällt, zurück nach Europa geht für den Mann so schnell erst einmal nicht: Bis zu seinem nächsten Gerichtstermin am Freitag bleibt sein Pass eingezogen.
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