Ähnliche vom englischen Dockmeister George Peacock konstruierte Tonnen und Baken seien Mitte des 19. Jahrhundert im Ärmelkanal eingesetzt worden, sagte Mäuslein. Rätselhaft bleibt, wie die Tonne in die Ostsee kam. Denn Nachweise sogenannter Peacock-Tonnen seien bislang für die Ostsee nicht bekannt. "Daher ist der Fund für die Ostsee historisch und technisch von überaus großer Bedeutung."
Forschungsobjekt aus dem 19. Jahrhundert?
Die Experten haben verschiedene Theorien: Möglicherweise sei dieses Exemplar in der Ostsee als Forschungstonne eingesetzt worden, um Strömungsverhältnisse zu messen. Darauf lasse die ovale Form und der Kiel mit Strömungsfahne an der Unterseite des Schwimmkörpers schließen, sagte Mäuslein. Die Fundstelle befinde sich zudem nahe der Darßer Schwelle, wo sich die Strömungsverhältnisse ändern. In der Nähe betreibt heute auch das Institut für Ostseeforschung Warnemünde eine Tonne mit Messstation.
Ob dies allerdings bereits Mitte des 19. Jahrhundert passierte, ist fraglich. Denn an der Tonne wurden vermutlich Mitte der 1920er Jahre Schweißarbeiten durchgeführt, wie Berger ergänzte. Deshalb könne es vorstellbar sein, dass erst dann die Tonne vor dem Darß in die Ostsee kam.
Mäuslein schließt aber auch nicht aus, dass die Tonne mit weiteren anderen während des Ersten Weltkrieges ausgelegt wurde, um zwischen ihnen Netze zu spannen, mit denen U-Boote abgefangen werden sollten. Vor den Fachleuten liegt noch eine Menge Recherchearbeit. Der bislang älteste Nachweis einer Metalltonne in der Ostsee stamme aus der Zeit um 1900, sagte Mäuslein. Mit dem Aufkommen der Dampfschifffahrt ersetzten Metalltonnen die seit dem Mittelalter üblichen Seezeichen aus Holz.
Quelle: n-tv.de
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