Harvard sperrt Fußballteam wegen Sexismus

  04 November 2016    Gelesen: 344
Harvard sperrt Fußballteam wegen Sexismus
"Sie würde die Missionarsstellung bevorzugen": Solche Aussagen leistete sich das Fußballteam der Harvard University über weibliche Spielerinnen. Die Hochschule zieht jetzt Konsequenzen.
Für das Fußball-Männerteam der Harvard University ist diese Saison gelaufen. Die renommierte US-Hochschule hat die Mannschaft am Donnerstagabend wegen sexistischer Sprüche gesperrt, die sich Spieler offenbar seit Jahren über Fußballerinnen des Frauenteams leisten.

Die Studentenzeitung "The Harvard Crimson" hatte vor einigen Tagen ein Dokument öffentlich gemacht, das im Fußballteam von 2012 als "Scouting Report" - auf Deutsch "Kundschafterbericht" - kursierte. Darin erstellte ein Spieler eine sexistische Rangliste der Fußballerinnen in der Frauenmannschaft.

Jede Spielerin bekam demnach eine Note und eine Sexstellung zugewiesen, inklusive einer "Bewertung" ihrer sexuellen Vorlieben. "Sie sieht aus wie ein Mädchen, das gern dominiert wird und gern dominiert", schreibt der Autor über eine Spielerin. Über eine andere heißt es: "Sie scheint sexuell unerfahren, deswegen komme ich zu dem Schluss, dass sie die Missionarsstellung bevorzugen würde."

"Sie scheint sehr stark, groß und männlich, ich habe ihr eine Drei gegeben, weil ich Mitleid hatte. Aber sie ist nicht der Rede wert", zitiert die Studentenzeitung weiter aus dem Dokument, das an alle Spieler des Teams per E-Mail verschickt wurde.

Solche Berichte haben in dem Studententeam offenbar eine langjährige Tradition. "Die verstörenden Aussagen und Verhaltensweisen beschränken sich nicht auf ein Jahr oder auf wenige Personen", teilte Uni-Präsidentin Drew Faust am Donnerstagabend mit. Vielmehr seien auch Entgleisungen aus der aktuellen Saison dokumentiert.

Die Hochschule entschied sich deshalb, das Fußballteam für die restliche Saison zu sperren. Die Entscheidung zeige, dass die Universität weder das Verhalten des Teams dulde - noch ihr "Versagen, auf erste Befragungen entgegenkommend zu reagieren", sagte Faust. "Das läuft dem gegenseitigen Respekt zuwider, der zu den inneren Werten unserer Gemeinschaft gehört."

Die Herrenmannschaft stand in der Liga der acht US-Elite-Unis, der Ivy League, auf dem ersten Platz. Die Chance, das Turnier zu gewinnen, hat sich das Team damit verspielt.


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