Messerstecher zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt

  02 Dezember 2016    Gelesen: 560
Messerstecher zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt
Es ging um ein Matherätsel auf Facebook - am Ende lag ein 19-Jähriger lebensgefährlich verletzt am Boden: Ein 29-Jähriger aus Schwerin muss lange in Haft, weil er einen Bekannten niedergestochen hat.
Für eine lebensbedrohliche Messerattacke nach einem Streit über ein Matherätsel im Internet hat das Landgericht Schwerin einen jungen Mann zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt. Der Vorsitzende Richter wertete die Tat vom April als versuchten Totschlag. Die Staatsanwaltschaft hatte sieben Jahre Haft gefordert, die Verteidigung ein Strafmaß von maximal zwei Jahren.

Täter und Opfer stammen beide aus Wismar. Einen Tag vor dem Zwischenfall im April hatten die beiden auf Facebook über die Lösung eines Mathe-Rätsels gestritten und sich dabei gegenseitig beschimpft und bedroht. Am Tag darauf trafen sie zufällig in der Stadt aufeinander - und der Täter stach auf sein überraschtes Gegenüber zweimal mit einem Schälmesser ein.

Sein Mandant habe kein Blut wahrgenommen und nicht bemerkt, wie schwer er das Opfer verletzt habe, sagte der Verteidiger im Laufe des Prozesses. Der 29-Jährige Angreifer habe noch mit dem am Boden Liegenden gestritten und anschließend mit einem Freund dessen Kinder aus der Schule abgeholt. Das Opfer konnte nur mit einer Notoperation gerettet werden und verlor eine Niere.

"Es tut mir wirklich leid, was da passiert ist. Das wollte ich nicht", hatte der an den Füßen gefesselte Angeklagte Ende November gesagt. Auch bei der Mutter des 19-jährigen Opfers entschuldigte er sich. Sie saß im Publikum und kämpfte mit den Tränen. Sie könne die Entschuldigung nicht annehmen nach dem, was ihr Sohn im Krankenhaus durchgemacht habe, sagte sie.

Quelle : spiegel.de

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