Die Verkehrsbehörde schlug in dem Brief an Uber am Mittwoch einen harten Ton an: "Das Unternehmen verstößt gegen das Gesetz, solange es seine selbstfahrenden Autos auf öffentlichen Straßen ohne eine Erlaubnis zum Testen autonomer Fahrzeuge betreibt." Die Firma müsse sofort bestätigen, dass sie die Fahrten einstelle.
Der Chef von Ubers Roboterwagen-Programm, Anthony Levandowski, hatte das Vorpreschen zuvor in einem Blogeintrag gerechtfertigt: Man brauche derzeit keine Erlaubnis, schließlich säßen Menschen mit am Steuer und könnten jederzeit eingreifen. Darauf verwies Levandowski erneut in einer ersten Reaktion auf den Behördenbrief. Nach Angaben der Nachrichtenagentur AP werden sich Vertreter von Uber und der Verkehrsbehörde am Donnerstag zu Verhandlungen treffen.
Pikanter Clip bringt Uber in Bedrängnis
Uber scheint in dem Streit schlechte Karten zu haben. Zum einen verwies die Verkehrsbehörde darauf, dass 20 andere Firmen sich für Testfahrten mit autonomen Fahrzeugen gemäß den Vorschriften die Genehmigung eingeholt hätten. Zur Erlaubnis gehört unter anderem die Verpflichtung, über Unfallsituationen und Abschaltungen der Roboterwagen-Software zu informieren.
Zum anderen bringt ein auf Video dokumentierter Vorfall die Argumentation Levandowskis ins Wanken: In einem am Mittwoch veröffentlichten YouTube-Clip ist zu sehen, wie ein Uber-Auto mit den Roboterwagen-Sensoren auf dem Dach über eine rote Ampel fährt, während Menschen schon beginnen, die Straße zu überqueren.
Uber erklärte, das Fahrzeug sei in dem Moment von einem Menschen gesteuert worden und nicht Teil des Tests gewesen. Die kalifornische Verbraucherschutzorganisation Consumer Watchdog forderte die Stadtverwaltung von San Francisco dazu auf, im Zusammenhang mit dem Vorfall Strafanzeige gegen Uber-Chef Travis Kalanick zu stellen.
Uber setzt bei den Tests in San Francisco Fahrzeuge von Volvo ein. Das SUV-Modell XC90 des schwedischen Herstellers wird von Uber mit entsprechender Technik für autonomes Fahren ausgerüstet. Ein Volvo-Sprecher sagte SPIEGEL ONLINE, dass der Hersteller lediglich "die Hardware", also die Autos an Uber verkaufe, und ansonsten nicht in die Durchführung der Tests involviert sei.
Uber erprobt bereits seit dem Spätsommer Roboterwagen-Fahrten mit Passagieren an Bord in der US-Stadt Pittsburgh, wo die Regeln anders sind und Fahrzeuge von Ford verwendet werden.
Quelle : spiegel.de
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