Apple und Irland wehren sich gegen Steuernachzahlung

  19 Dezember 2016    Gelesen: 501
Apple und Irland wehren sich gegen Steuernachzahlung
Apple soll 13 Milliarden Euro an Irland nachzahlen. Diese EU-Forderung sei rechtswidrig, heißt es nun aus Dublin. Auch der US-Konzern hat Berufung eingelegt.
Im Streit um die Steuerforderungen an Apple hat Irlands Regierung die EU-Kommission kritisiert: Sie habe mit der geforderten Steuernachzahlung von 13 Milliarden Euro "in die nationale Steuerhoheit" Irlands eingegriffen und versucht, "die irischen Steuerregeln umzuschreiben", heißt es in einer Stellungnahme des Finanzministeriums in Dublin. Das Schreiben soll am Montag beim Gericht der Europäischen Union eingereicht werden.

Vor dem Gericht klagt Irland gegen die Entscheidung der Kommission vom vergangenen August, die von Irland gewährten Steuervergünstigungen für Apple für unzulässig zu erklären. Apple lässt seit Jahrzehnten einen großen Teil seines internationalen Geschäfts über Irland laufen. Durch eine Vereinbarung mit der irischen Regierung vermied der US-Konzern laut Kommission die Besteuerung von nahezu sämtlichen Gewinnen, die das Unternehmen durch den Verkauf seiner Produkte im gesamten EU-Binnenmarkt erwirtschaftete. Deshalb verlangt Brüssel von dem Konzern eine Nachzahlung von 13 Milliarden Euro an den irischen Fiskus (mehr Hintergründe dazu lesen Sie hier).

In der juristischen Stellungnahme heißt es nun vom irischen Finanzministerium: "Die Kommission hat nicht die Befugnis, ihre eigene Auffassung vom Ausmaß und von der geografischen Reichweite der Steuergesetzgebung eines Mitgliedsstaats an die Stelle der Steuergesetzgebung dieses Mitgliedsstaats zu setzen." Irland wirft der Kommission zudem Verfahrensfehler beim Zustandekommen der Steuernachforderung vor.

Die irische Regierung hatte bereits im Sommer angekündigt, Einspruch gegen die Entscheidung einzulegen. Sie will die Steuernachzahlung von Apple nicht annehmen und befürchtet, dass die Kommissionsentscheidung Irland als Standort für ausländische Konzerne weniger attraktiv machen könnte.

Apple wehrt sich juristisch

Auch Apple hat wie angekündigt Berufung gegen die EU-Forderung eingelegt. Das berichtet die "Welt" unter Berufung auf das Unternehmen. Finanzchef Luca Maestri warf EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager vor, eine politische Agenda zu verfolgen. "Was die Kommission hier macht, ist eine Schande für europäische Bürger, sie sollte sich schämen."

Der Nachrichtenagentur Reuters sagte Maestri, die EU-Kommission sei nicht sorgfältig vorgegangen und habe die Einschätzung von irischen Steuerexperten ignoriert. Apple-Chef Tim Cook hatte die EU-Argumente schon nach der Entscheidung im Spätsommer als "totalen politischen Mist" kritisiert.

Quelle : spiegel.de

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