Geiseln verlassen entführtes libysches Flugzeug - LIVE

  23 Dezember 2016    Gelesen: 712
Geiseln verlassen entführtes libysches Flugzeug - LIVE
Ein Airbus der libyschen Flugline Afriqiyah Airways landet ungeplant in Malta. An Bord: mehr als 100 Menschen. Nach mehreren Stunden werden Geiseln freigelassen.
Nach der Entführung eines libyschen Flugzeugs mit deutlich mehr als 100 Menschen an Bord haben die Geiselnehmer mehrere Passagiere freigelassen. Bislang verließen 65 Passagiere die am Freitag am Flughafen von Malta gelandete Maschine, wie der maltesische Regierungschef Joseph Muscat auf Twitter bestätigte. Nach bisherigen Informationen waren 111 Passagiere in der Maschine, darunter 82 Männer, 28 Frauen und ein Kind.

Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie mehrere Menschen den Airbus der staatlichen libyschen Afriqiyah Airways über eine Treppe an der Vordertür verließen. Ein Mitarbeiter der Airline sagte dem arabischen Nachrichtenkanal Al-Arabija, dass die Entführer nach Verhandlungen alle Passagiere aus dem Flugzeug entlassen würden. Nur die Crew würde noch in der Maschine bleiben.

Flug 8U209 mit den 111 Passagieren sowie 7 Crewmitgliedern an Bord war ursprünglich am Freitag auf einem Inlandsflug von Sabha nach Tripolis, änderte aber den Kurs und landete auf dem Malta International Airport.

Der Flughafenbetreiber hatte zunächst über eine «unrechtmäßige Störung» informiert. Libyens international anerkannte Regierung bestätigte die Entführung, wie die amtliche Nachrichtenagentur Lana meldete. Maltesische Sicherheitskräfte koordinierten einen Einsatz, wie Muscat twitterte.

Zwei Entführer drohten Medienberichten zufolge mit einem Sprengsatz. Auch die unabhängige libysche Nachrichtenseite Alwasat berichtete von einer Drohung mit einem Sprengsatz. Darüber habe der Kapitän den Tower auf Malta informiert. Ihre Quellen nannte die Seite nicht.

Einer der Entführer habe angeben, ein Unterstützer des ehemaligen Machthabers Muammar al-Gaddafi zu sein, so die «Times of Malta». Er habe gesagt, er wolle alle Passagiere freilassen, wenn seine Forderungen erfüllt seien. Details zu den Forderungen gab es zunächst nicht. Auch ein Angehöriger des libyschen Parlaments soll sich an Bord befinden, meldete der Nachrichtensender Al-Arabija.

Der anfangs völlig unterbrochene Flugverkehr wurde am Freitagnachmittag teilweise wieder aufgenommen.



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