Ordnungsamt: Im “Waschsalon“ gab es “weitere Vorfälle“

  11 Februar 2017    Gelesen: 1073
Ordnungsamt: Im “Waschsalon“ gab es “weitere Vorfälle“
NÜRNBERG - Die Polizeirazzia in dem Techno-Club "Waschsalon" am vergangenen Sonntag hat mediale Wellen geschlagen. Die Stadt stellt klar: "Wir haben nichts gegen Techno-Veranstaltungen". Doch Probleme mit der Disco in der Klingenhofstraße habe man durchaus.
Robert Pollack, der Leiter des Nürnberger Ordnungsamt hat etwas klarzustellen. Die Stadt Nürnberg habe grundsätzlich nichts gegen "Afterhour"-Partys – also Veranstaltungen, für die ein Musikclub nach der verpflichtenden Sperrstunde (zwischen 5 und 6 Uhr morgens) noch mal öffnet. Allerdings gehe es beim "Waschsalon" an der Klingenhofstraße "nicht nur um Betäubungsmittel-Delikte", sondern noch um weitere Vorfälle. Konkret, so der stellvertretende Ordnungsamts-Chef Pollack, habe der Club "mehrfach seit Oktober" einen "Discobetrieb im Außenbereich" eingerichtet, was unzulässig gewesen sei.

"Waschsalon"-Chef Martin Weinmann bezeichnet das als "definitiv falsch". Sein Club verfüge über eine Terrasse, auf der zwischen 6 und 23 Uhr bewirtet werden dürfe. In seiner Konzession sei kein Musikverbot für die Terrasse aufgeführt. "Also darf ich sie beschallen", lautet Weinmanns Schlussfolgerung. Ob er dafür eine gesonderte Genehmigung hätte einholen müssen, hat er nicht geprüft.

Zusätzlichen Türsteher platziert

Jenseits dessen habe es nur einmal Probleme wegen einer Außenbeschallung gegeben, sagt der 52-Jährige. Danach ließ er am 15. Oktober vergangenen Jahres einen DJ auf der Terrasse auflegen. Morgens zwischen 8 und 9 Uhr kam die Polizei wegen Lärmbeschwerden vorbei, die Lautstärke wurde "nach fünf bis sieben Mal hin und her" angepasst. Zwei weitere Male kassierte Weinmann nach eigenen Worten Bußgeldbescheide, weil Gäste mit Gläsern bzw. Flaschen auf die Terrasse gegangen waren. Seitdem habe er einen zusätzlichen Türsteher an der Terrassentür platziert, der das unterbinden soll.

Der zweite Vorwurf des Ordnungsamtes: Die Kontrollen des Clubs durch städtische Mitarbeiter bzw. durch Polizisten seien mehrfach behindert und sogar verhindert worden, sagt Robert Pollack.

Weinmann räumt zwei Fälle ein, die sich beide an jenem 15. Oktober zugetragen hätten. Er selbst habe morgens Polizeibeamten den Zutritt verwehrt, zwölf Stunden später habe sein Sicherheitsdienst dies erneut getan. "Ein dummes Versehen", sagt Weinmann, der seit Jahrzehnten im Gastrogeschäft ist. Er habe nicht gewusst, dass die Polizei nach dem Gaststättenrecht jederzeit Zugang zu Lokalen hat. Dafür habe er 200 Euro Buße gezahlt – und sich beim Ordnungsamt und der Polizeiinspektion Ost entschuldigt.

Den Vorwurf des Ordnungsamtes, es habe schon im Juli 2016 sowie zu Beginn der Razzia am vergangenen Sonntag Behinderungen gegeben, weist der Club-Betreiber zurück. Gerade die Drogenrazzia habe er unterstützt, indem er dem Einsatzleiter ein Mikro gegeben habe, Strahler aufgestellt und sein Büro zur Verfügung gestellt habe.

Während der Razzia mussten sich etliche Club-Gäste teils vollkommen ausziehen, andere nicht. Weinmann bezeichnet dieses Vorgehen als "fragwürdig" und lässt derzeit einen befreundeten Anwalt prüfen, ob hier Straftatbestände erfüllt worden sein könnten. In Richtung Ordnungsamt sagt der 52-Jährige: "Irgendwann wird es geschäftsschädigend." In der Behörde sieht man das gelassen.


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