Malaysias Polizei verdächtigt nordkoreanischen Diplomaten

  22 Februar 2017    Gelesen: 547
Malaysias Polizei verdächtigt nordkoreanischen Diplomaten
Malaysia treibt die Ermittlungen nach dem Tod von Kim Jong Nam voran: Die Polizei fahndet nun nach zwei weiteren Verdächtigen. Einer von ihnen ist Mitarbeiter der nordkoreanischen Botschaft.
Malaysia verdächtigt nach dem mutmaßlichen Mord am älteren Halbbruder von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un zwei weitere Nordkoreaner. Laut Polizeichef Khalid Abu Baker ist einer der möglichen Tatbeteiligten ein hochrangiger Mitarbeiter der nordkoreanischen Botschaft, der andere ist bei der nordkoreanischen Fluggesellschaft Air Koryo beschäftigt. Es werde davon ausgegangen, dass sich die beiden noch immer in Malaysia aufhielten. Sie würden für Befragungen gesucht.

Am 13. Februar war Kim Jong Nam, der ältere Halbbruder von Kim Jong Un, mutmaßlich einem Giftanschlag am Flughafen von Kuala Lumpur zum Opfer gefallen. Südkorea wirft Nordkorea vor, für den Tod verantwortlich zu sein.

Malaysias Polizeichef Khalid sagte ebenfalls, dass die beiden mutmaßlichen Täterinnen, die Kim vergiftet haben sollen, in örtlichen Einkaufszentren für ihre Tat trainiert hätten. Ein Überwachungsvideo vom Flughafen in Kuala Lumpur, auf dem das Attentat zu sehen ist, zeige, dass eine der Frauen sofort nach der Tat einen Waschraum aufsuche, weil sie sich "sehr bewusst " gewesen sei, dass sie wegen des Gifts ihre Hände waschen musste, sagte Khalid. Zunächst hatten Medien berichtet, mindestens eine der Frauen habe ausgesagt, sie habe geglaubt, sie nehme an einem Streich für eine Fernsehshow teil. Dem widersprach Khalid nun.

Im Zusammenhang mit dem mutmaßlichen Mord sind bislang vier Menschen festgenommen worden. Ein Verdächtiger, der Freund der Indonesierin, sei am Mittwoch wieder frei gelassen worden, sagte Khalid. Die beiden Frauen würden für weitere sieben Tage festgehalten. Vier weitere Verdächtige hätten Malaysia bereits am Tattag verlassen und befänden sich höchstwahrscheinlich in Pjöngjang, sagte der Polizeichef.

Darüber hinaus habe jemand versucht, in das Leichenschauhaus einzubrechen, in dem sich Kim Jong Nams Leichnam befand, sagte Khalid. Deswegen seien zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen ergriffen worden. Berichte, dass der Sohn von Kim Jong Nam nach Malaysia gekommen sei, um die Leiche zu identifizieren, seien Gerüchte.

Quelle : spiegel.de

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