Bewaffnete greifen in Kabul Militärklinik an

  08 März 2017    Gelesen: 197
Bewaffnete greifen in Kabul Militärklinik an
Schüsse im Diplomatenviertel der afghanischen Hauptstadt Kabul: Das größte Militärkrankenhaus des Landes ist Ziel eines Angriffs. Unklar ist noch, ob es sich bei den Angreifern um Taliban-Kämpfer handelt.
Bewaffnete haben in Kabul das größte Militärkrankenhaus Afghanistans angegriffen. Die Angreifer seien in das Sardar Daud Chan-Krankenhaus eingedrungen, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Daulat Wasiri.

Den Angaben zufolge sprengte sich zuerst einer der Täter, von denen einige weiße Ärztekittel trugen, am Eingang der Klinik in die Luft. Die anderen Angreifer seien dann in die Klinik eingedrungen, sagte Sprecher Daulat Wasiri. Sie hätten sich im zweiten und dritten Stock des Krankenhauses verschanzt. Die Klinik sei abgeriegelt worden. Es gebe dort um die 400 Betten.

Im Diplomatenviertel, wo sich die Klinik befindet, waren Explosionen und Schüsse zu hören.Ein Mitarbeiter des Krankenhauses schrieb bei Facebook: "Angreifer sind im Hospital. Betet für uns."

Die Zahl der Angreifer ist nach den Worten des Sprechers noch unklar. Zu möglichen Opfern habe er noch keine Informationen. Auch die Identität der Angreifer ist noch unklar. Wasiri sagte, es handele sich um radikalislamische Taliban. Bisher hat sich aber keine Extremistengruppe zu dem Angriff bekannt. In der Gegend - dem Viertel Wasir Akbar Khan - liegen auch die US-Botschaft, andere Botschaften sowie die Büros und Gästehäuser vieler internationaler Organisationen.

In Kabul war im vergangenen Jahr die Zahl der Anschlägen stark gestiegen. Die Zahl der zivilen Opfer stieg laut UN innerhalb eines Jahres um 75 Prozent.

Vor Beginn ihrer jährlichen Frühjahrsoffensive haben die Taliban landesweit ihre Attentate und Angriffe verstärkt. Erst am vergangenen Mittwoch hatten islamistische Taliban in Kabul fast zeitgleich zwei Selbstmordanschläge verübt. Dabei und bei einer anschließenden Schießerei wurden nach Behördenangaben mindestens 16 Menschen getötet und 44 weitere zum Teil schwer verletzt.

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