Lehrerin kassierte 77.000 Euro Gehalt zu viel

  09 März 2017    Gelesen: 260
Lehrerin kassierte 77.000 Euro Gehalt zu viel
Zehn Stunden arbeiten, aber für zwanzig Stunden bezahlt werden? Einer Lehrerin aus Nordrhein-Westfalen ist genau das passiert. Sie will vier Jahre lang nichts bemerkt haben. Jetzt erging das Urteil.
Über Jahre arbeitete eine Lehrerin aus dem Kreis Gütersloh zehn Stunden pro Woche - bezahlt wurde sie aber für zwanzig Stunden - und das vier Jahre lang bis zu ihrer Pensionierung. Insgesamt 77.000 Euro wurden ihr so zu Unrecht überwiesen. Sie will davon nichts bemerkt haben.

Das Amtsgericht Düsseldorf hat die Frau wegen Betruges nun zu neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Außerdem muss sie die zu viel gezahlten Bezüge zurückerstatten und eine Geldstrafe von 2500 Euro an ein Kinderhospiz zahlen.

Damit folgte das Gericht der Forderung der Staatsanwaltschaft. Die Begründung: Die inzwischen pensionierte Lehrerin hätte merken müssen, dass etwas mit den Abrechnungen nicht stimmt, das sehe ihre Treuepflicht als Beamtin vor.

Die Abrechnungen waren zu kompliziert

Die Lehrerin war aus gesundheitlichen Gründen nicht zur Urteilsverkündung erschienen. Sie sei durch das laufende Strafverfahren psychisch stark belastet, erklärte ihr Anwalt per Fax. Die komplizierten Abrechnungen des Besoldungsamtes habe sie nie verstanden und daher deren Berechnungen vertraut.

Bereits im vergangenen Jahr wurde ein ähnlicher Fall vor dem Landgericht Düsseldorf verhandelt: Eine Lehrerin hatte Bezüge für eine 41-Stunden-Woche bekommen, obwohl sie nur 18 Stunden arbeitete. Die Frau musste die zu Unrecht kassierten 237.000 Euro zurückzahlen.

Demnächst wird sich das Amtsgericht mit ähnlichen Fällen beschäftigen müssen. Nach einer internen Prüfung sollen drei weitere Lehrer Bezüge kassiert haben, die ihnen nicht zustanden, heißt es beim Landesamt für Besoldung.

Quelle : spiegel.de

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