"Ich bin von ganzem Herzen davon überzeugt, dass Betty Sh. mit Mord davongekommen ist", sagte Crutchers Vater. Ein Verteidiger von Betty Sh. sagte, seine Mandatin sei angesichts des Urteils erleichtert: "Sie ist nun bereit, in ihr Leben zurückzukehren."
Die Polizistin Betty Sh. war wenige Tage nach dem tödlichen Schuss auf Crutcher im September wegen Totschlags angeklagt worden. Im Falle einer Verurteilung hätte sich das Strafmaß auf mindestens vier Jahre Haft belaufen. Das US-Justizministerium hatte zudem eigenständige Ermittlungen wegen einer möglichen Verletzung von Bürgerrechten eingeleitet.
Der Fall hatte in den USA großes Aufsehen erregt, weil viele in ihm einen Beleg für staatliche Willkür und Polizeigewalt gegen Afroamerikaner sehen. Der Vorfall bei einer Kontrolle am 16. September ist auf zwei von der Polizei veröffentlichten Videos dokumentiert: In den Szenen ist zu sehen, wie der 40-jährige Crutcher mit erhobenen Händen langsam auf ein stehendes Auto zugeht. Von hinten nähern sich ihm vier Polizisten mit gezogenen Waffen. Dann fällt Crutcher blutüberströmt zu Boden.
Daraufhin zogen sich die Polizisten zurück. Crutcher blieb etwa zwei Minuten allein auf dem Boden liegen, bevor einer der Beamten sich Handschuhe überzog und ihn versorgte. Laut dem Polizeichef von Tulsa, Chuck Jordan, waren die Polizisten wegen Crutchers mitten auf der Straße abgestellten Wagens herbeigerufen worden.
Die Polizistin hatte angegeben, der Verdächtige habe nicht kooperiert. Ihr Anwalt sagte, Sh. habe den Schuss abgegeben, als Crutcher sich zum Fenster seines Wagens gebeugt habe. Weder bei dem Toten noch in seinem Auto war laut Polizei eine Waffe gefunden worden.
Quelle : spiegel.de
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