Am Mittwoch sind Aufnahmen in den sozialen Medien aufgetaucht, die demonstrieren, wie eng sogenannte gemäßigte Rebellen und Weißhelme in der Rebellenhochburg Jasim zusammenarbeiten: Kurz nachdem der unbewaffnete Mann vor laufender Kamera und versammelter Menschenmenge erschossen wurde, laufen die Mitglieder der berühmten Weißhelme ins Bild, um die Leiche zu beseitigen. Auf den grausamen Szenen ist deutlich zu sehen, wie das Blut aus dem Kopf des erschossenen Mannes tropft.
Die Gruppe ist als Ersthelfer bekannt, welche Menschen aus den Trümmern rettet. Die Weißhelme operieren ausschließlich in Rebellengebieten.
Zum aktuellen Vorwurf heben die Weißhelme bereits eine Stellungnahme veröffentlicht. Sie rekunstruieren den Tathergang und betonen, Verstöße gegen ihre Statute sehr ernst zu nehmen. In der Stellungnahme heißt es, dass das in Dara'a ansässige Weißhelmteam am Dienstag, den 16. Mai 2017, eine Bitte von dem gewählten, zivilen Jasimer Stammesrat erhalten hätte, die Leiche eines zu Tode verurteilten Mörders menschenwürdig zu entsorgen.
Die Weißhelme seien angewiesen worden, die Leiche sofort nach der Hinrichtung zu beseitigen, um weiterer Gewalt zwischen den rivalisierenden Stämmen vorzubeugen und den Leichnam unversehrt in die Obhut religöser Würdenträger zu übergeben.
In der Stellungnahme heißt es weiter, dass eine unabhängige interne Untersuchung der Ereignisse vom 16. Mai ergab, dass der lokale Weißhelmchef unautorisiert gehandelt hätte und deshalb inzwischen entlassen wurde. Außerdem habe das zu beobachtende Fehlverhalten von zwei Weißhelmen dazu geführt, dass beide Männer für einen Zeitraum von drei Monaten suspendiert wurden.
Seit ihrer Gründung im Jahr 2012 wird den Weißhelmen immer wieder vorgeworfen, eine Mitschuld an der Verdeckung von Kriegsverbrechen zu tragen. Die Ersthelfer bleiben während Hinrichtungen untätig, assistieren dafür Sekunden später bei der Leichenbeseitigung. Ein Video einer ähnlichen Szene kursiert bereits länger im Netz.
Quelle: rt deutsch
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