Feuerwehr unterbricht Vermisstensuche

  15 Juni 2017    Gelesen: 514
Feuerwehr unterbricht Vermisstensuche
Nach der Brandkatastrophe im Londoner Grenfell Tower suchen die Rettungskräfte noch immer nach Vermissten - darunter auch ganze Familien. Doch die Bergung ist schwierig. Weil das Gebäude einzustürzen droht, bricht die Feuerwehr die Suche vorerst ab.

Die Londoner Feuerwehr hat die Suche nach weiteren Opfern im ausgebrannten Grenfell Tower vorerst abgebrochen. Die Ränder des 24-stöckigen Gebäudes seien strukturell nicht sicher, sagte Feuerwehrchefin Dany Cotton am Morgen. "Ich schicke keine Feuerwehrleute da rein." Mehr als 24 Stunden nach dem Ausbruch des verheerenden Feuers dringt noch immer Rauch aus dem Gebäude. Es gebe noch Brandnester, sagte Cotton.

Die Feuerwehr habe alle Stockwerke nur kurz durchsuchen können. Für eine gründlichere Suche müssten vor allem die oberen Stockwerke erst gesichert werden, so Feuerwehrchefin Cotton. Weil es insgesamt 120 Wohnungen in dem Gebäude gibt, werde dies "noch mehrere Tage" dauern, ergänzte ein Verantwortlicher der Londoner Polizei. Er gehe nicht davon aus, noch Überlebende zu finden.

Bei dem Großbrand in dem Wohnhaus im Stadtteil Kensington waren Mittwochnacht mindestens zwölf Menschen ums Leben gekommen. Und die Zahl der Todesopfer dürfte sich nach Einschätzung von Scotland Yard weiter erhöhen. Nach letztem Stand befinden sich noch immer 37 Menschen im Krankenhaus, 17 von ihnen schweben weiterhin in Lebensgefahr.

Gerüchte über Zahl der Vermissten

Zudem wisse laut Cotton niemand, wie viele Menschen sich zum Zeitpunkt des Feuers in dem Sozialbau aufgehalten hätten. Britischen Medienberichten zufolge lebten zwischen 400 und 600 Menschen im Grenfell Tower. Dutzende, darunter ganze Familien, werden noch vermisst.

Am Vormittag besuchte auch die britische Premierministerin Theresa May den Unglücksort. Sie wolle mit den Rettungskräften sprechen und sicherstellen, dass diese alle Ressourcen hätten, um mit der Situation umzugehen, hieß es im Vorfeld ihres Besuchs.

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