Genaue Angaben zu den erforderlichen Maßnahmen will die Polizei nach Beratungen mit Feuerwehr und Kampfmittelräumdienst noch am heutigen Donnerstag bekanntgeben. Unter anderem soll ein Bürgertelefon eingerichtet werden, um Fragen der Anwohner zu beantworten.
Sämtliche Gebäude in einem Umkreis von rund 1,5 Kilometer müssen voraussichtlich vorsorglich geräumt werden. Dazu gehören neben dem Frankfurter Polizeipräsidium auch der Hauptsitz des Hessischen Rundfunks sowie einige Krankenhäuser, wie ein Polizeisprecher sagte. Auch einige Schulen liegen in der Sperrzone, sie sind aber zumindest am Sonntag ohnehin geschlossen.
Fund bei Bauarbeiten am Campus Westend
Ob die Bombenentschärfung auch Auswirkungen auf den Luftverkehr über Frankfurt hat, ist nach Angaben der Deutschen Flugsicherung in Langen noch unklar. Das hänge auch von den Windverhältnissen am Sonntag ab. Im Anflug auf den größten deutschen Flughafen überquerten Flugzeuge nur bei Ostwind das Gebiet über dem Fundort der Bombe.
Die 1,8 Tonnen schwere Luftmine war während Bauarbeiten am Campus Westend der Frankfurter Goethe-Universität entdeckt worden. Der mit der Untersuchung des Geländes beauftragte Kampfmittelräumdienst hatte die Luftmine HC 4000 mit dünner Außenhaut gefunden. Die Polizei bezifferte die Sprengkraft auf rund 1,4 Tonnen.
Als bisher größte Evakuierung der Nachkriegszeit gilt eine Bombenentschärfung Ende 2016. Damals mussten in Augsburg rund 54.000 Menschen raus aus ihren Wohnungen. Grund war eine Luftmine desselben Typs wie sie jetzt in Frankfurt gefunden wurde. Im Mai 2017 wurden in Hannover 50.000 Anwohner in Sicherheit gebracht, weil drei Fliegerbomben unschädlich gemacht werden mussten.
Quelle : spiegel.de
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