Nebenklage-Anwalt wirft Apotheker Tötungsvorsatz vor

  13 November 2017    Gelesen: 383
Nebenklage-Anwalt wirft Apotheker Tötungsvorsatz vor
In Essen hat der Prozess gegen einen Apotheker begonnen, der in tausenden Fällen Krebsmedikamente falsch dosiert haben soll. Aber die Nebenklage stellt infrage, ob die Richter überhaupt für den Fall zuständig sind.
Im Essener Prozess um falsch dosierte Krebsmedikamente hat der Anwalt der Nebenkläger die Zuständigkeit des Gerichts in Zweifel gezogen. Dass der angeklagte Apotheker Medikamente gepanscht habe, sei ein Mordversuch aus Habgier, sagte Siegmund Benecken, der eine der betroffenen Frauen vertritt.

Dem Apotheker aus Bottrop wird vorgeworfen, Krebsmedikamente zu gering dosiert, bei den Krankenkassen aber voll abgerechnet zu haben. Dadurch soll den gesetzlichen Krankenkassen ein Schaden von rund 56 Millionen Euro entstanden sein. Welchen gesundheitlichen Schaden er bei wie vielen betroffenen Patienten anrichtete, ist unklar. Der Apotheker soll in mindestens 40.000 Fällen Infusionen zur Krebsimmuntherapie abweichend von den individuellen ärztlichen Verordnungen dosiert haben.

Das Verfahren gehört nach Ansicht des Nebenkläger-Anwalts vor ein Schwurgericht, das über entsprechend schwerwiegende Anschuldigungen verhandelt. Der Prozess hat nun aber vor der 21. Wirtschaftsstrafkammer des Essener Landgerichts begonnen.

Die Richter wollten sich erst zu Beneckens Antrag äußern, wenn die umfangreiche Anklage verlesen wurde. Benecken hatte zuvor betont, der Angeklagte habe "aus grenzenloser Menschenverachtung und eiskaltem Gewinnstreben" gehandelt und dabei in Kauf genommen, dass Krebspatienten früher sterben würden.

Quelle : spiegel.de

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