Dem 73-Jährigen wurde in dem Prozess vorgeworfen, Millionen zur Seite geschafft zu haben, als er die Insolvenz seines Unternehmens schon absehen konnte. Die Staatsanwaltschaft hatte drei Jahre Haft für Anton Schlecker gefordert. Dessen ebenfalls angeklagte Kinder Lars und Meike sollten nach dem Willen der Anklagevertreter zwei Jahre und zehn Monate sowie zwei Jahre und acht Monate ins Gefängnis bekommen.
Schlecker selbst hat betont, immer an den Fortbestand seiner Firma geglaubt zu haben. Die Verteidiger der Familie hatten argumentiert, die Forderungen nach einer Haftstrafe seien überzogen. Sie zweifelten zudem die Gutachten an, mit denen die Anklage ihre Vorwürfe belegt sieht.
Kinder sicherten sich Millionen
Die Staatsanwaltschaft listet gut 16 Millionen Euro an Schäden auf, für die Schlecker aus ihrer Sicht verantwortlich gemacht werden kann. Etwa zwei Drittel sind Verluste wegen mutmaßlich überhöhter Stundensätze, die das Mutterunternehmen Schlecker an die Logistik-Tochterfirma LDG zahlte. Die Firma gehörte den beiden Kindern. Den Rest soll der 73-Jährige aktiv verschoben und damit dem Zugriff der Gläubiger entzogen haben.
Lars und Meike Schlecker warf die Anklage vor, noch kurz vor der Insolvenz im Januar 2012 sieben Millionen Euro als Gewinn der LDG an sich selbst ausgeschüttet zu haben - obwohl die Firma keinen Gewinn gemacht hatte.
Quelle: n-tv.de
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