Bundesweite Razzia gegen Linksextremisten

  05 Dezember 2017    Gelesen: 892
Bundesweite Razzia gegen Linksextremisten
In mehreren Bundesländern lässt die Staatsanwaltschaft Hamburg die Wohnungen von mutmaßlichen Linksextremisten und Autonomen durchsuchen. Es geht um gewaltsame Ausschreitungen beim diesjährigen G-20-Gipfel.
In sieben Bundesländern gab es am Dienstagmorgen Razzien gegen Linksextremisten und Autonome, die an gewaltsamen Krawallen beim G20-Gipfel in Hamburg beteiligt gewesen sein sollen. Mehr als 20 Wohnungen in Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und weiteren Bundesländern wurden dabei nach WELT-Informationen durchsucht. Es wurden Mobiltelefone, Computer, andere Datenträger und Unterlagen beschlagnahmt. Festgenommen wurde niemand.

Die Staatsanwaltschaft Hamburg ermittelt gegen 21 Männer und Frauen, die beim G20-Gipfel im Juli an gewaltsamen Aktionen in der Hamburger Straße Rondenbarg beteiligt gewesen sein sollen. Es geht um den Vorwurf des schweren Landfriedensbruchs. Um mögliche Beweismittel sicherzustellen, gab es nun bundesweite Durchsuchungen bei den Beschuldigten. Unter anderem in Hamburg, Köln, Bonn, Siegburg, Göttingen und Stuttgart.

In Stuttgart und Göttingen wurden zwei linke Szene-Objekte durchsucht. In Hamburg durchsuchten Polizeibeamte die Wohnung eines führenden Mitglieds der linksextremistischen Gruppierung „Roter Aufbau Hamburg“.

Grundlage für die Razzien am Dienstag sind Ermittlungen der Sonderkommission (Soko) „Schwarzer Block“ des Hamburger Landeskriminalamtes (LKA) sein. Die 180-köpfige Einheit führt mehr als 300 Ermittlungsverfahren gegen namentlich bekannte Verdächtige, die an den G20-Krawallen und Plünderungen beteiligt gewesen sein sollen. Seit Monaten werden Videos, Zeugenhinweise und beschlagnahmte Beweismittel ausgewertet.

Bei den gewaltsamen Ausschreitungen rund um den G20-Gipfel in Hamburg waren im Juli zahlreiche Menschen verletzt worden, darunter mehrere hundert Demonstranten und Polizisten.


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