Bahn und Bundeswehr verklagen Lkw-Kartell

  20 Dezember 2017    Gelesen: 607
Bahn und Bundeswehr verklagen Lkw-Kartell
Zwischen 1997 und 2011 sollen mehrere Lkw-Hersteller Kartellabsprachen getroffen haben. Die EU-Kommission verhängte daraufhin Rekordgeldbußen von 3,8 Milliarden Euro. Nun drohen MAN und Co. weitere finanzielle Schäden.
Mit einer gemeinsamen Klage fordern Dutzende Opfer des Lkw-Kartells im großen Stil Schadenersatz von den Herstellern. So wollen die Deutsche Bahn für sich, die Bundeswehr und insgesamt 40 weitere geschädigte Unternehmen bereits in den nächsten Tagen "Klage gegen die am Lkw-Kartell beteiligten Unternehmensgruppen DAF, Daimler, Iveco, MAN und Volvo/Renault einreichen", berichtet die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf Unternehmenskreise.

Zu den Unternehmen, die ihre Ansprüche an die Bahn abgetreten haben, sollen demnach Betreibergesellschaften der deutschen Flughäfen sowie große Handels- und Logistikfirmen gehören. Mit der Klage wolle man auch eine mögliche Verjährung der Ansprüche verhindern, heißt es weiter.

Die EU-Kommission hatte ermittelt, dass mehrere Lkw-Hersteller zwischen 1997 und 2011 verbotene Kartellabsprachen getroffen hatten. Sie verhängte in der Folge Rekordgeldbußen von 3,8 Milliarden Euro gegen die Anbieter. Nun drohen den Herstellern weitere finanzielle Folgen durch die Schadenersatzansprüche.

Daimler: Werden Ansprüche prüfen

Bei der Klage, die beim Landgericht München eingereicht werden soll, geht es den Informationen zufolge um den Kauf von insgesamt 35.000 Fahrzeugen und ein Einkaufsvolumen von 2 Milliarden Euro, wie das Blatt weiter schreibt. Wie viel Schadenersatz sie genau fordern, lassen die Unternehmen zunächst offen. Das werde derzeit noch von Kartellexperten geprüft.

Die Hersteller sehen die Ansprüche kritisch, äußern sich aber nicht zu den Details. Man werde die Ansprüche prüfen, sagte eine Daimler-Sprecherin der Zeitung, aber auch gegen zu hohe Ansprüche vorgehen.

Quelle: n-tv.de

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