USA drohen mit Pipeline-Sanktionen

  12 Juli 2018    Gelesen: 978
USA drohen mit Pipeline-Sanktionen

Dank der umstrittenen Fracking-Technologie profitieren die USA von der Erdgas-Förderung im eigenen Land. Dass Länder in Europa von Gaslieferanten wie Russland abhängig sind, stößt bei der Trump-Administration auf kein Verständnis.

 

Im Streit mit Deutschland um den Bau der Ostsee-Gasleitung Nord Stream 2 hat die US-Regierung ihre Sanktionsdrohungen gegen beteiligte Unternehmen bekräftigt. Für Firmen, die im Geschäft mit russischen Export-Pipelines tätig seien, gebe es diese Gefahr, sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Washington.

Die Pipeline würde nach Worten des Sprechers die Energiesicherheit Europas untergraben und wäre für Russland ein weiteres Werkzeug für "politische Nötigung". "Russland weiß, dass dieses Projekt Europa spaltet und nutzt dies aus."

US-Präsident Donald Trump hatte Deutschland am Mittwoch auf dem Nato-Gipfel in Brüssel als "Gefangenen" Russlands kritisiert, weil die Bundesrepublik einen großen Teil ihres Energiebedarfes über russische Quellen deckt. Am frühen Donnerstagmorgen bekräftigte er seine Kritik. "Pipeline-Dollars für Russland sind nicht hinnehmbar", erklärte er auf Twitter. Durch die Ostsee verläuft bereits die Pipeline Nord Stream, die Erdgas unter Umgehung von Ländern wie der Ukraine oder Polen direkt nach Deutschland bringt. Mit Nord Stream 2 soll die Kapazität verdoppelt werden.

In das neue Projekt haben fünf westliche Firmen Geld investiert: Die BASF-Tochter Wintershall, die E.on-Abspaltung Uniper, OMV aus Österreich, der britisch-niederländische Konzern Royal Dutch Shell sowie das französische Unternehmen Engie.

Die USA lehnen die Pipeline durch die Ostsee ab, da sie unter anderem die Ukraine umgeht. Das Land ist auf die Transitgebühren angewiesen und steht im Dauerkonflikt mit Russland. Außerdem will das Land mehr eigenes Flüssiggas (LNG) an Europa verkaufen. LNG ist allerdings rund 20 Prozent teurer als das Gas aus Russland.

Quelle: n-tv.de 


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