Fiat-Chef Marchionne tritt ab

  22 Juli 2018    Gelesen: 824
Fiat-Chef Marchionne tritt ab

Er hat den Konzern aus der Krise geführt: Fiat-Chef Sergio Marchionne tritt nach 14 Jahren an der Unternehmensspitze wegen einer Schulter-OP von allen Posten zurück. Nachfolger wird Fiat-Manager Mike Manley.

Sergio Marchionne gibt den Chefposten des italienisch-amerikanischen Autobauers Fiat Chrysler ab. Nach einer Schulteroperation sei es zu unerwarteten Komplikationen gekommen, teilte Fiat Chrysler mit. Der 66-Jährige könne seine Arbeit deshalb nicht wieder aufnehmen. Auch als Präsident und Vorstandschef der Tochter Ferrari könne Marchionne nicht weiter arbeiten, hieß es in einer Ferrari-Mitteilung.


Die Führung von Fiat Chrysler übernimmt nun Mike Manley, der seit vielen Jahren zum Top-Management des Autobauers gehört und bisher für die Marke Jeepzuständig war. Neuer Präsident von Ferrari wird John Elkann, Angehöriger der Familie Agnelli, die die Mehrheit an der Fiat-Gruppe hält. Elkann ist zudem Fiat-Präsident.

Zum Ferrari-Vorstandschef ernannte der Aufsichtsrat Louis C. Camilleri, der zuvor unter anderem leitende Positionen beim Tabakmulti Philip Morris innehatte.

Marchionne wollte ursprünglich bis 2019 Chef von Fiat Chrysler bleiben, ähnliche Pläne für seine Posten bei Ferrari waren nicht bekannt. Er war 2004 in der Zeit der größten Krise an die Fiat-Spitze gerückt, später übernahm das Unternehmen den ebenfalls heftig angeschlagenen US-Rivalen Chrysler.

Mit Kompromisslosigkeit und teils unkonventionellen Ideen sanierte der heute 66-Jährige den kriselnden Turiner Großkonzern Fiat nach seinem Antritt. Er baute die Bürokratie ab und halbierte die Entwicklungszeiten für neue Modelle. Dabei wurde er auch für seine markigen Sprüche bekannt. Zu Vorwürfen, auch Fiat habe bei Abgaswerten geschummelt, sagte er mit Blick auf VW etwa: "Wer uns mit dem deutschen Unternehmen vergleicht, hat etwas Illegales geraucht."

Als einer der größten Verdienste des Italo-Kanadiers gilt die Fusion von Fiat und Chrysler im Jahr 2014. Die prestigeträchtige Marke Ferrari brachte er erfolgreich an die Börse. Zuletzt hatte Fiat eine Partnerschaft mit dem südkoreanischen Rivalen Hyundai angestrebt, um in Fragen von Zukunftstechnologien zusammenzuarbeiten.

Zum Ende seiner Karriere bei dem Konzern hatte Marchionne sein großes Ziel mit der Schuldenfreiheit des Unternehmens Ende Juni erreicht.

Quelle : spiegel.de


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