200.000 Kanadier sind ohne Strom

  23 September 2018    Gelesen: 482
200.000 Kanadier sind ohne Strom

Mit ungeheurer Kraft hinterlässt der Tornado eine Schneise der Verwüstung in Kanadas Hauptstadt Ottawa und schneidet zehntausende Haushalte von der Stromversorgung ab. Auch Baden-Württembergs Ministerpräsident Kretschmann ist davon betroffen.

Nach dem Durchzug eines Tornados in der kanadischen Hauptstadt Ottawa sind 200.000 Menschen ohne Strom. Der Tornado hatte am Freitag schwere Schäden in der Hauptstadtregion angerichtet. Ottawas Bürgermeister Jim Watson fühlte sich bei dem Anblick der Zerstörungen an ein Kriegsgebiet erinnert: "Das war so, als hätte eine Bombe in dem Stadtviertel eingeschlagen", sagte er bei einer Pressekonferenz. "Ich habe so etwas in meinem ganzen Leben in Ottawa noch nicht erlebt."

Watson hatte sich noch am Freitagabend ein Bild von den schweren Schäden gemacht. Der Tornado war am späten Nachmittag (Ortszeit) durch die Stadt gefegt, Windböen hatten eine Stärke von bis zu 200 Stundenkilometern. Der Tornado beschädigte dutzende Häuser, deckte Dächer ab und wirbelte Autos durch die Luft. Rund 30 Menschen wurden verletzt. Sechs von ihnen wurden in Krankenhäusern behandelt, zwei davon waren lebensgefährlich verletzt.

Der Sturm riss außerdem dutzende Stromleitungen in der Region herunter. Watson sagte, es könne mehrere Tage dauern, bis die Stromversorgung wieder hergestellt sei. Der Bürgermeister nannte das Unwetter eines der "traumatischsten Ereignisse, die die Stadt erlebt hat". Kanada erlebt jedes Jahr dutzende Tornados, jedoch haben sie selten eine solche Kraft.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann war wegen des Tornados zeitweilig in Kanada gestrandet. Weil sich sein Flug von Ottawa nach Toronto verspätet hatte, saß der Grünen-Politiker am Freitagabend mit seiner Delegation über sechs Stunden ohne Strom am Flughafen fest. Kretschmann war nach einer zehntägigen Amerika-Reise auf dem Weg zurück nach Deutschland. Noch in der Nacht zu Samstag konnte der Ministerpräsident mit einem Teil seiner Delegation den Flug schließlich antreten. Kretschmanns verbliebene Delegation – darunter mehrere Landtagsabgeordnete, Journalisten und Mitarbeiter des Staatsministeriums – musste zunächst in Kanada bleiben und trafen mit über einem Tag Verspätung in Deutschland ein.

Quelle: n-tv.de


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