Erneuerbare Energien immer wichtiger beim weltweiten Verbrauch

  08 Oktober 2018    Gelesen: 622
Erneuerbare Energien immer wichtiger beim weltweiten Verbrauch

Der Anteil von Biomasse, Sonne, Wind- und Wasserkraft am weltweiten Energieverbrauch wächst immer schneller. Besonders wichtig ist dabei Bioenergie - diese birgt aber auch Probleme.

Der Verbrauch regenerativer Energien ist im vergangenen Jahr dreimal schneller gewachsen als der Gesamtverbrauch. Wie aus einem Bericht der Internationalen Energie-Agentur hervorgeht, zieht der Anteil erneuerbarer Energien am weltweiten Verbrauch damit schneller an als bisher.

Bis zum Jahr 2023 erwarten die Experten, dass der Anteil regenerativer Energien am weltweiten Gesamtverbrauch um zwei Prozentpunkte auf 12,4 Prozent wachsen wird.

Ein Drittel des Wachstums findet demnach auf dem Gebiet der Bioenergie statt. Das liegt vor allem daran, dass Energie aus Biomasse vor allem in den Bereichen Heizung und Transport eingesetzt wird, wo 80 Prozent des weltweiten Energieverbrauchs stattfinden. Auch 2023 wird sie noch die größte regenerative Energiequelle darstellen, auch wenn das Wachstum bei Windkraft und Sonnenenergie zunimmt.

Derzeit mache Bioenergie gut die Hälfte der Erneuerbaren Energien aus und damit so viel, wie alle anderen nachhaltigen Quellen zusammen.

Biomasse dient nicht automatisch dem Klimaschutz

Die Internationale Energie-Agentur weist in ihrem Bericht darauf hin, dass nur nachhaltig erzeugte und eingesetzte Bioenergie dazu geeignet ist, dem Klimaschutz zu dienen. Dafür seien klare Vorgaben der Politik notwendig. Trotzdem sei die Bioenergie von fundamentaler Bedeutung, um den Ausstoß von Kohlenstoffdioxidim Energiesystem zu vermeiden.

Bei der Stromerzeugung wird der Anteil der erneuerbaren Energien bis in fünf Jahren etwa 30 Prozent betragen, schätzen die Experten. Im vergangenen Jahr machten sie mit 178 Gigawatt erstmals mehr als zwei Drittel des weltweiten Ausbaus von Stromerzeugungs-Kapazitäten aus.

Bei Windkraftanlagen im Binnenland und bei Wasserkraft verlangsamte sich das Wachstum. Am stärksten werden Photovoltaik-Anlagen ausgebaut. Sie wurden im vergangenen Jahr weltweit um 97 Gigawatt erweitert, die Hälfte davon entstand in China.

Bis 2023 rechnen die IEA-Experten weltweit mit zusätzlichen 600 Gigawatt an Photovoltaik-Anlagen. Eine herausragende Rolle kommt der dezentralen Stromerzeugung zu, sie macht laut dem Bericht die Hälfte des Wachstums im Prognose-Zeitraum aus. Die Gesamtkapazität wird damit auf ein Terawatt steigen, 40 Prozent davon wird in China stehen.

Deutschland wird dem Ausblick zufolge bis in fünf Jahren 13,7 Gigawatt an zusätzlichen Solaranlagen zur Stromerzeugung errichten - weit mehr als im vergangenen Jahr noch angenommen.

Biotreibstoffe verzeichnen kein großes Wachstum

Im Bereich Verkehr und Transport nimmt der Anteil erneuerbarer Energien nur langsam zu, schreibt die IEA. Auch im Jahr 2023 werden Biokraftstoffe nur vier Prozent des gesamten Verbrauchs ausmachen, andere regenerative Energien sind dahinter weit abgeschlagen.

China ist stärkster Wachstumsmarkt für alle erneuerbaren Energien. Die Europäische Union wird die USA in den kommenden fünf Jahren laut IEA überholen und dann auf Platz zwei vorrücken.

spiegel


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