Ermittlungsverfahren gegen vier Rechtsextreme

  11 November 2018    Gelesen: 287
Ermittlungsverfahren gegen vier Rechtsextreme

Vier Männer - und mutmaßlich ein Ziel: ein Attentat auf Frankreichs Präsident Macron. Nach ihrer Festnahme am Dienstag wird nun wegen Bildung einer "kriminellen terroristischen Vereinigung" gegen sie ermittelt.

Am Dienstag hat der französische Geheimdienst sechs Menschen festgenommen. Der Verdacht: Sie haben einen Anschlag auf Präsident Emmanuel Macron geplant. Nun wurde gegen vier von ihnen ein Ermittlungsverfahren wegen der Bildung einer "kriminellen terroristischen Vereinigung" eingeleitet.

Es handelt sich dabei um Anhänger aus der rechtsextremen Szene. Den Verdächtigen wird zudem illegaler Waffenbesitz zur Last gelegt. Sie wurden nach Angaben von Anti-Terror-Ermittlern im Moselraum gefasst - etwa eine Stunde Fahrt von Verdun entfernt, wo Macron am Dienstag an die Toten des Ersten Weltkriegs erinnerte. Es handelt sich den Angaben nach um Männer im Alter von 22 bis 62 Jahren. Sie wurden einem Antiterror-Richter vorgeführt.

Abgehörte Telefonate gaben den Hinweis

In abgehörten Telefonaten sprachen die Verdächtigen nach Angaben aus Justizkreisen über verschiedene Vorhaben, darunter ein Angriff auf den Präsidenten. Die Planungen seien aber noch nicht weit fortgeschritten gewesen.

Gegen Rechtsextreme gingen die französischen Behörden seit vergangenem Jahr mehrfach vor:

Im Oktober 2017 wurden zehn Verdächtige wegen mutmaßlicher Anschlagspläne gegen Politiker, Flüchtlinge und Moscheen festgenommen. Als mögliche Zielpersonen wurden der damalige Regierungssprecher und heutige Innenminister Christophe Castaner und Linkspolitiker Jean-Luc Mélenchon genannt.


Im Juni diesen Jahres ging der Inlandsgeheimdienst gegen eine Gruppe vor, die Angriffe auf Muslime plante. Gegen 13 Verdächtige wurde ein Verfahren wegen Mitgliedschaft in einer Terrorgruppe eröffnet.


Macron hatte erst in einem am Sonntag veröffentlichten Interview vor einer Bedrohung durch rechtsextreme Bewegungen in ganz Europa gewarnt.

Quelle : spiegel.de


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