Kim testet "taktische" neue Hightech-Waffe

  16 November 2018    Gelesen: 371
Kim testet "taktische" neue Hightech-Waffe

Die Vereinbarungen zwischen den USA und Nordkorea zur nuklearen Abrüstung bleiben vage. Obwohl US-Präsident Trump stolz von Fortschritten berichtet, gerät der Prozess ins Stocken. Nun verliert Machthaber Kim Jong Un wohl die Geduld und sendet ein Signal nach Washington.

Nordkorea hat nach Angaben von Staatsmedien eine neue "Hightech"-Waffe getestet. Machthaber Kim Jong Un habe den Test der neu entwickelten "taktischen" Waffe persönlich überwacht, meldete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA. Der Test sei erfolgreich verlaufen. Um welche Waffenart es sich handelte, wurde nicht erwähnt. Die neue Waffe stärke die Verteidigung und die "Kampfkraft unserer Volksarmee", erklärte KCNA. Kim habe sich "sehr zufrieden" über den Ausgang des Tests gezeigt.

Pjöngjang hatte im April einen Stopp der nordkoreanischen Atomwaffen- und Raketentests angekündigt. Dies trug maßgeblich zur Entspannung im Konflikt um die koreanische Halbinsel bei. Im Juni trafen sich Kim und US-Präsident Donald Trump dann zu einem historischen Gipfeltreffen in Singapur, bei dem auch eine Denuklearisierung Nordkoreas vereinbart wurde. Die Abmachung blieb allerdings vage, seit dem Treffen sind die Gespräche ins Stocken geraten.

Eine Rückkehr zu Atom- oder Raketentests in Nordkorea wäre ein schwerer Rückschlag für die diplomatischen Bemühungen. Allerdings wies zunächst nichts auf einen Test dieser Art hin. Die Verwendung des Wortes "taktisch" bei der Beschreibung der neuen Waffe deutet vielmehr daraufhin hin, dass keine ballistische Langstreckenrakete und kein atomarer Sprengkörper verwendet wurden.

Signal nach Washington

Yang Moo Jin von der Universität für Nordkorea-Studien in Seoul sagte, der Test sei ein "Signal an die USA", dass Nordkorea in den Gesprächen langsam die "Geduld" verliere. Pjöngjang fordert eine Lockerung der gegen das Land verhängten Sanktionen. Washington verlangt dagegen zuerst eine "endgültige, vollständig überprüfte" Denuklearisierung.

Nordkorea hatte in den vergangenen Jahren sein Atom- und Raketenprogramm massiv vorangetrieben und damit gegen UN-Resolutionen verstoßen. Die UNO, die USA, die EU und andere hatten mehrfach Sanktionen gegen Nordkorea verhängt, sogar das Verhältnis zum wichtigsten Verbündeten China kühlte sich deutlich ab. Im vergangenen Jahr nahm Nordkorea seinen sechsten und bislang stärksten Atomtest vor und testete zudem Raketen, die US-Staatsgebiet treffen könnten. Seit November gab es keine Tests mehr. Zu Jahresbeginn setzte schließlich diplomatisches Tauwetter zwischen Nord- und Südkorea ein. Dann kam es auch zur Annäherung zwischen Pjöngjang und Washington.

Quelle: n-tv.de


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