Debatte um Vorwürfe des Antisemitismus

  16 Januar 2019    Gelesen: 507
Debatte um Vorwürfe des Antisemitismus

Vor dem dritten „Women's March“ für Frauenrechte in Washington wird in den USA weiter über die Antisemitismus-Vorwürfe gegen einige der Veranstalterinnen diskutiert.

Seit Wochen stehen Personen aus dem Kreis des Führungspersonals in der Kritik. In mehreren Städten distanzierten sich örtliche Veranstalterinnen vom nationalen Büro, vielerorts sind Parallelveranstaltungen geplant. Wie die New York Timesschrieb, beklagt eine der ehemaligen Organisatorinnen, Vanessa Wruble, sie sei wegen ihrer jüdischen Identität aus der Führungsgruppe verdrängt worden.
Vertreterinnen des „Women's March“ wiesen den Vorwurf zurück.

Im vergangenen November sahen sich die Organisatorinnen veranlasst, auf die zunehmende Medienberichterstattung einzugehen. In einer Erklärung heißt es, „Womens March“ diene dazu, Bigotterie und Diskriminierung in all ihren Formen – einschließlich Homophobie und Antisemitismus – zu bekämpfen. 

In der Kritik steht nach wie vor Ko-Präsidentin Tamika Mallory. Ihr wird eine positive Haltung zum Anführer der afro-amerikanischen Religionsbewegung „Nation of Islam“, Louis Farrakhan, nachgesagt. Allerdings sind die Vorwürfe teilweise alt. Vor eineinhalb Jahren lobte Mallory auf Instagram den für seine antisemitischen Aussagen bekannten 85-Jährigen als „Größten aller Zeiten“. Im Februar vergangenen Jahres besuchte sie eine „Nation of Islam“-Veranstaltung, bei der Farrakhan laut Bürgerrechtsverband „Anti-Defamation League“ über eine angebliche jüdische Kontrolle der Regierung schimpfte.

Im Sender ABC wies Mallory Anfang der Woche die Antisemitismusvorwürfe erneut zurück. Als schwarze Führungspersönlichkeit gehe sie oft an „schwierige Orte“, sagte Mallory. Sie stimme mit vielen Aussagen Farrakhans nicht überein. 

Wie das „Jewish News Sydicate" erfahren haben will, soll sich das National Committee der Demokratischen Partei in den USA (DNC) aus der Partnerschaft mit dem „Women's March“ zurückgezogen haben. Allerdings erklärte Sabrina Singh vom Komitee ihre Solidarität mit allen Teilnehmerinnen, die am Samstag zu den Kundgebungen gehen wollten. Wie es weiter heißt, sagten auch andere Organisationen, unter anderem in Chicago und New Orleans, ihre Teilnahme an den Märschen vor Ort ab.

Ende des vergangenen Jahres spielte die Auseinandersetzung auch in Deutschland eine Rolle. Der Vorstand der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung machte bekannt, er habe die Verleihung seines Menschenrechtspreises an die Organisatoren des „Women's March“ ausgesetzt. Man könne nicht mit Sicherheit beurteilen, ob Vorwürfe gegen einzelne Mitglieder der Organisation zutreffen. 

Die Kundgebung am Samstag ist der dritte „Women's March“. An Präsident Donald Trumps erstem vollen Amtstag am 21. Januar 2017 hatten sich Hunderttausende in Washington und Millionen auf der ganzen Welt versammelt. Der Women's March setzt sich für Frauenrechte ein.


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