Geheimdienstchef: Briten vernichten Indizien im Fall Skripal

  17 Januar 2019    Gelesen: 670
  Geheimdienstchef: Briten vernichten Indizien im Fall Skripal

Im Streit um den angeblichen Giftgasanschlag im britischen Salisbury wirft Sergej Naryschkin den britischen Behörden vor, Tatbeweise zu vernichten. Die angeblich geplanten EU-Sanktionen gegen russische Bürger hält der Direktor des russischen Auslandsgeheimdienstes SWR für eine „schmutzige Provokation“.

„Schmutzig, weil die (britischen – Red.) Behörden die Spuren des begangenen Verbrechens verwischen und Indizien vernichten“, kommentierte Naryschkin am  Donnerstag. „Mehr noch: Wo sind unsere Bürger Julia Skripal und ihr Vater? Warum werden sie  versteckt?“

Medienberichten zufolge wollen die EU-Außenminister am Montag Sanktionen gegen vier mutmaßliche russische Geheimdienstler beschließen. Unter ihnen sind auch Alexander Petrow und Ruslan Boschirow, die die britischen Behörden als Hauptverdächtige des angeblichen Giftanschlags auf den früheren russisch-britischen Doppelagenten Sergej Skripal und seine Tochter Julia bezeichnen.

Sergej und Julia Skripal, die am 4. März vergangenen Jahres unweit des geheimen Militärlabors Porton Down bewusstlos aufgefunden wurden, waren nach Darstellung der britischen Regierung mit dem tödlichen Giftstoff A234, im Westen unter dem russischen Namen Nowitschok bekannt, vergiftet worden. Ihre schnelle Genesung halten Experten jedoch für überraschend. 

Die britische Regierung machte umgehend Russland für das mutmaßliche Attentat verantwortlich. Russland weist diesen Vorwurf von sich und fordert eine unabhängige Aufklärung. Die britische Premierministerin Theresa May ließ 23 russische Diplomaten auweisen. Aus „Solidarität“ mit London wiesen auch die USA, Deutschland und viele weitere EU-Staaten Dutzenden russischen Diplomaten die Tür.

Als Reaktion wies auch Moskau westliche Diplomaten aus. Anfang September hat die britische Polizei Bilder von zwei Verdächtigen veröffentlicht. Bei ihnen soll es sich um Mitarbeiter des russischen Militär-Nachrichtendienstes GRU  handeln.

Am 5. September hat die britische Staatsanwaltschaft gegen Alexander Petrow und Ruslan Boschirow Anklage erhoben. Nach russischen Angaben haben die beiden nie beim GRU gearbeitet.

sputniknews


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