Etihad will Prozess um Air-Berlin-Pleite nach London ziehen

  23 Januar 2019    Gelesen: 430
Etihad will Prozess um Air-Berlin-Pleite nach London ziehen

München (Reuters) - Der ehemalige Air Berlin-Großaktionär Etihad will die vom Insolvenzverwalter gegen ihn angestrengte Schadenersatzklage in London statt in Berlin verhandeln lassen.

Die arabische Fluggesellschaft beantragte am Dienstag, das Verfahren vor dem High Court in London zu eröffnen, wie sie am Mittwoch mitteilte. Das hätten Air Berlin und Etihad vertraglich so vereinbart. Air-Berlin-Insolvenzverwalter Lucas Flöther hatte im Dezember eine Schadenersatzklage über bis zu zwei Milliarden Euro vor dem Berliner Landgericht eingereicht. Ein Etihad-Sprecher sagte am Mittwoch: “Die Klage des Insolvenzverwalters entbehrt jeder Grundlage und wir sind zuversichtlich, dass wir uns durchsetzen werden, unabhängig davon, wo der Fall verhandelt wird.”

Der Streit um den Gerichtsstand hatte sich abgezeichnet. Ein Sprecher Flöthers sagte, man bleibe bei der Auffassung, dass die Klage in Berlin verhandelt werden müsse. Etihad fordert dagegen, das Verfahren in Deutschland einzustellen. Air Berlin hatte den juristischen Sitz in Großbritannien, wurde aber von Berlin aus operativ geführt.

Bei dem Streit geht es um die Zusage von Etihad vom April 2017, die Verluste von Air Berlin für mindestens 18 Monate zu decken. Vier Monate später zogen die Araber aber die Reißleine. Air Berlin musste dann binnen weniger Tage Insolvenz anmelden. Für die meisten Gläubiger ist die Klage die einzige Hoffnung, wenigstens einen Teil ihres Geldes zurückzubekommen. Flöther hat mehrere Gutachten in Auftrag gegeben, die zu dem Schluss kommen, dass es sich bei der Zusage von Etihad um eine “harte Patronatserklärung” handelt, die nicht einfach zurückgezogen werden könne. Etihad war mit 29 Prozent größter Aktionär von Air Berlin, hatte das Unternehmen darüber hinaus aber über Jahre mit Milliarden gestützt.


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