Protest in Tirana eskaliert

  17 Februar 2019    Gelesen: 525
  Protest in Tirana eskaliert

Edi Rama ist Künstler und seit sechs Jahren Ministerpräsident von Albanien. Die Opposition wirft ihm unter anderem Verbindungen zur organisierten Kriminalität vor. Eine Demonstration gegen Rama beginnt erst friedlich, doch dann versuchen einige Teilnehmer, den Regierungssitz zu stürmen.

Tausende Menschen haben in der albanischen Hauptstadt Tirana teils gewaltsam gegen den sozialistischen Ministerpräsidenten Edi Rama protestiert. Die Polizei ging mit Wasserwerfern und Tränengas gegen Demonstranten vor, als diese die Absperrungen vor dem Regierungssitz durchbrachen, berichteten Reporter. Eine Gruppe drang bis zu dem Gebäude vor, in dem sich Rama allerdings nicht aufhielt.

Rund hundert Demonstranten bewarfen den Regierungssitz mit Rauchbomben und Steinen, mehrere Fensterscheiben gingen dabei zu Bruch. Einige Demonstranten versuchten, das Gebäude zu stürmen, wurden aber von der Polizei daran gehindert. Die Auseinandersetzungen zogen sich über mehrere Stunden hin.

Fünf Polizisten und etwa zehn Demonstranten und Journalisten mussten wegen Verletzungen im Krankenhaus behandelt werden. Die meisten von ihnen klagten über Atemprobleme, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Zunächst hatte das Ministerium zwei schwer verletzte Polizisten gemeldet.

Zu der Kundgebung aufgerufen hatten rechte und linke Oppositionsparteien. Sie werfen Ramas Regierung Wahlbetrug, Korruption und Verbindungen zur organisierten Kriminalität vor. Deshalb verlangen sie die Bildung einer Experten-Regierung, die dann Neuwahlen organisieren soll.

"Die Lage ist außer Kontrolle", sagte Oppositionsführer Lulzim Basha von der Demokratischen Partei, der an der Kundgebung teilnahm. Er warf der Polizei vor, sie habe Gewalt provozieren wollen. Rama ist seit 2013 im Amt, im Juni 2017 errang er ein zweites Mandat, seitdem regiert seine Partia Socialiste mit absoluter Mehrheit. Die Regierungspartei und die Opposition werfen sich abwechselnd Korruption und Verbindungen zum organisierten Verbrechen vor. Das 2,9-Millionen-Einwohner-Land Albanien zählt zu den ärmsten in Europa.


Quelle: n-tv.de


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