Bundespolizei speichert Aufnahmen bei Amazon

  02 März 2019    Gelesen: 1585
Bundespolizei speichert Aufnahmen bei Amazon

Die Bundespolizei speichert einem Bericht zufolge Einsatz-Aufnahmen von Körperkameras auf Cloud-Servern des amerikanischen Internethändlers Amazon. Das schreibt die „Neue Osnabrücker Zeitung“ unter Berufung auf eine Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage des FDP-Abgeordneten Strasser.

Das Ministerium verweise darauf, dass deutsche Datenschutzstandards eingehalten würden. Die Daten würden verschlüsselt und ausschließlich auf Servern in Deutschland gespeichert. Das Bundespolizeipräsidium habe auf Anfrage mitgeteilt, dass noch keine staatliche Infrastruktur zur Verfügung stehe, welche die Anforderungen erfülle. Amazon sei der einzige Anbieter, der eine vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik zertifizierte Cloudlösung zur Verfügung stelle.

„Kaum kalkulierbares Risiko“

Strasser sagte der Zeitung, die Bundesregierung gehe ein kaum kalkulierbares Risiko ein. Auch wenn die Server in Deutschland stünden, könnten US-Sicherheitsbehörden und Nachrichtendienste darauf zugreifen. 

Bedenken formulierte auch der stellvertretende Grünen-Fraktionsvorsitzende von Notz. Amazon sei in der Kritik, weil das Unternehmen auch Gesichtserkennungs-Software an US-Polizeibehörden verkaufe, die bei Aufnahmen von Bodycams genutzt würden. „Dass ausgerechnet dieses Unternehmen jetzt die Bodycam-Aufnahmen für die Bundespolizei verwalten soll, hinterlässt mehr als ein ungutes Gefühl.“

Bodycams, die Polizisten am Körper tragen, sollen Angriffe auf Beamte dokumentieren, werden bei Straftaten aber auch als Beweismittel eingesetzt. Die Aufnahmen können zudem belegen, dass Beamte rechtmäßig gehandelt haben.

 


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