Wie man weniger Essen verschwendet

  02 Mai 2019    Gelesen: 897
Wie man weniger Essen verschwendet

Rund 18 Millionen Tonnen Lebensmittel werden jährlich in den Müll geworfen. Viele Konsumenten haben dabei ein schlechtes Gewissen. Doch es gibt einige Wege, die Verschwendung zu stoppen.

Angedötschte Bananen und ein abgelaufener Joghurt landen schnell im Hausmüll - und das summiert sich. Pro Kopf werden nach Angaben des Bundesernährungsministeriums jedes Jahr mehr als 55 Kilogramm Lebensmittel weggeworfen. Dabei hat sich Deutschland mit den Vereinten Nationen zum Ziel gesetzt, das Verschwenden von Nahrungsmitteln bis zum Jahr 2030 zu halbieren. Doch das klappt nur, wenn sich Verbraucher in ihrem Alltag darum kümmern, weniger Ressourcen zu verschwenden. Mittlerweile gibt es viele Wege, den Umgang mit Lebensmitteln zu verbessern und ethischer zu gestalten.

Zu viel Essen im Kühlschrank? Auch dafür findet sich eine Lösung, ohne dass es im Müll landen muss. Denn für Privatleute und Unternehmen gibt es Foodsharing-Initiativen, die Lebensmittel sammeln und kostenlos weitergeben. Besonders gut funktioniert das über den Austausch in sozialen Netzwerken. Auf Facebook gibt es viele lokale Gruppen, deren Mitglieder Lebensmittel retten und verteilen.

Foodsharing  verbreitet sich immer mehr, wie Aktivist Manuel Wiemann von Foodsharing e.V. in Berlin n-tv.de berichtet. "Anfangs waren wir eine kleine innovative Initiative und ich musste Foodsharing immer erklären, wenn ich von meiner Arbeit erzählte. Nun sind wir über 50.000 begeisterte Foodsaver, die Lebensmittel in Deutschland retten." Das Ganze funktioniere auch flächendeckend gut. "Retterinnen holen von der kleinen Dorfbäckerei über Betriebs-Kantinen bis zu großen städtischen Supermärkten überall Essen ab. Aber auch das private Weitergeben von Resten erfreut sich großer Beliebtheit: An über 300 öffentlichen Regalen und Kühlschränken, sogenannten Fair-Teilern, können Privatpersonen Lebensmittel miteinander teilen. Online bringt Foodsharing Hunderttausende miteinander in Kontakt, um Essen vor der Tonne zu bewahren."

Sogar öffentliche Institutionen machen bei dem Trend mit: Beispielsweise gibt es an der Freien Universität in Berlin nun einen Foodsharing-Raum, in dem Studenten ihr Essen abgeben und übriggebliebene Lebensmittel bei Bedarf mitnehmen können.

Lebensmittelverschwendung ist auch ein Thema, das Gastronomen beschäftigt: Manche Unternehmen spenden Essen für den guten Zweck, andere verkaufen die Waren für einen Bruchteil über Apps wie beispielsweise Too Good To Go. Dabei erhalten die App-Nutzer einen großen Preisnachlass, wenn sie übrig gebliebenes Essen abholen und verzehren. Das Unternehmen verdient damit noch etwas Geld und der hungrige Kunde bekommt ein Abendessen zum Schnäppchenpreis.

Wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten ist, werfen einige Konsumenten Lebensmittel in den Müll. Doch Ernährungsexperten raten, die Produkte selbst zu prüfen. Riechen und schmecken kann dabei helfen, ein noch genießbares Lebensmittel zu erkennen. Das Mindesthaltbarkeitsdatum bedeutet, dass das Produkt bis dahin von einer gleichbleibenden Qualität ist. Verdorben ist es danach nur selten. Wer sich auf seine Sinnesorgane verlässt, kann Lebensmittel retten.

In den Supermarkt gelangt oftmals nur optisch einwandfreies Obst und Gemüse. Immer mehr Unternehmen verkaufen allerdings auch die B-Ware, Ausschussware und krummes Gemüse, das andernfalls einfach aussortiert und weggeworfen würde. Auch hier sollen Verbraucher dazu gebracht werden, sich für krummes Gemüse zu entscheiden.

Viele Menschen kaufen zu viele Lebensmittel ein, weil sie vorher nicht in ihren Kühlschrank sehen und prüfen, was sie wirklich brauchen. Deshalb hilft es, vor jedem Einkauf nachzusehen, was wirklich nachgekauft werden muss. Bleibt doch mal etwas übrig, gibt es weitere Verwendungen - in der Reste-Küche. Dabei helfen nicht nur Kochbücher, sondern auch eine extra Rezept-Website vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. "Rezepte für Reste" soll davon überzeugen, mehr kreative Kochideen umzusetzen und weniger wegzuwerfen.

n-tv


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