Russischer Botschafter wirft USA „geplanten Angriff“ auf Waffenkontrolle vor

  30 Mai 2019    Gelesen: 609
  Russischer Botschafter wirft USA „geplanten Angriff“ auf Waffenkontrolle vor

Der russische Botschafter in den USA Anatoli Antonow hat die Beschuldigungen Washingtons über Moskaus angebliche Nichteinhaltung des Kernwaffenteststopps zurückgewiesen und diese Vorwürfe als einen „geplanten Angriff“ auf das System der Waffenkontrolle verurteilt.

Zuvor hatte der Chef des US-Nachrichtendienstes DIA Robert Ashley gesagt, die USA hätten Zweifel daran, dass Russland den Kernwaffenteststopp nach dem Prinzip der „Null-Sprengkraft“ einhalte.

Anatoli Antonow wies diese Anschuldigungen vehement zurück, wie russische Medien am Donnerstag berichteten. Er erinnerte daran, dass Russland den Kernwaffenteststoppvertrag längst ratifiziert hatte – sich die USA aber weigerten, das Gleiche zu tun.

„Die internationale Gemeinschaft, darunter die Organisation des Vertrages über das umfassende Verbot von Nuklearversuchen, weiß wohl, dass Russland den Vertrag strikt einhält“, erläuterte der Botschafter.

Ihm zufolge ähneln Ashleys Vorwürfe einem „gut geplanten, gedrehten Angriff, nicht nur und nicht so sehr auf Russland, sondern auf das Waffenkontrollregime und auf die gesamte Architektur der strategischen Stabilität“.

Diese Aussagen Washingtons stünden allerdings in Einklang mit der heutzutage deutlich sichtbaren Strategie, die auf die Zerstörung des gesamten Systems von Abrüstungs- und Nichtverbreitungsverträgen abziele.

Daher mahnte Antonow: „Wir müssen sehr vorsichtig sein. Es ist sehr einfach, etwas zu zerstören, und sehr schwer, etwas zu erschaffen“.

Zuvor hatte der Leiter der Abteilung Nichtverbreitung und Rüstungskontrolle des russischen Außenministeriums, Wladimir Jermakow, gewarnt, dass sich die USA auf die Stationierung ihrer Atomwaffen in Europa vorbereiten würden.

Der Kernwaffenteststoppvertrag wurde von der UN-Abrüstungskonferenz ausgearbeitet und 1996 von der UN-Generalversammlung angenommen. Seitdem liegt er der internationalen Staatengemeinschaft zur Unterzeichnung und Ratifizierung vor. Russland und die USA setzten beide 1996 ihre Unterschrift unter den Vertrag, Washington weigert sich aber bis heute, das Dokument zu ratifizieren. Moskau ratifizierte den Vertrag im Jahr 2000.

sputniknews


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