Nach Verleumdung gegen Putin und Russen: Georgischer TV-Sender suspendiert Moderator

  09 Juli 2019    Gelesen: 961
  Nach Verleumdung gegen Putin und Russen: Georgischer TV-Sender suspendiert Moderator

Der georgische oppositionelle Fernsehsender „Rustavi 2“ hat den Moderator Georgi Gabunija suspendiert, der mit einer derben Verleumdungstirade gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin und Russen heftige Proteste im eigenen Land auslöste. Die Suspendierung verkündete der Sender am Montag auf seiner offiziellen Webseite.

Laut der Mitteilung darf Gabunija zwei Monate an keiner Sendung bei „Rustavi 2“ arbeiten. Darüber hinaus darf er binnen dieser Frist nicht als Moderator tätig sein.

Gabunija begann seine Sendung „P.S.“ am späten Sonntagabend mit einer Ansprache an Wladimir Putin. Eine Minute lang beschimpfte er den Politiker und dessen Eltern mit diversen Worten, die unter die Gürtellinie gingen, und verunglimpfte die Russen als Putins „Sklaven“.

Öffentliche Empörung
Viele User in den sozialen Netzwerken verurteilten die beleidigende Ansprache und brachten die Befürchtung zum Ausdruck, dass sie die heiklen Beziehungen zwischen Georgien und Russland weiter verschärfen könnte. Auch der „Rustavi 2“-Generaldirektor, Nika Gwaramija, kritisierte damals Gabunija und sagte, er halte obszöne Schimpfwörter in einer Livesendung für inakzeptabel.

Kurz darauf gingen hunderte Menschen in der Hauptstadt Tiflis auf die Straßen, um gegen die Äußerungen Gabunijas zu demonstrieren und von „Rustavi 2“ seine Entlassung zu fordern. Die Demonstranten versammelten sich vor dem Gebäude des Senders und bewarfen es mit Besen, Flaschen und Eiern. Auch Kameramänner von „Rustavi 2“ kündigten bei den Protesten demonstrativ ihre Jobs.

Wegen der Proteste stellte „Rustavi 2“ seine Arbeit in der Nacht zum Montag vorübergehend ein, nahm aber um 7:30 Uhr Ortszeit (5:30 MESZ) den Sendebetrieb wieder auf. Außerdem veröffentlichte der Sender eine Erklärung, in der er sich für das Verhalten Gabunijas entschuldigte.

Moskaus Reaktion
Der Kreml-Sprecher Dmitri Peskow bezeichnete das Benehmen Gabunijas als inakzeptabel und „des georgischen Volkes unwürdig”.

Die offizielle Vertreterin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, vermutete, dass der Vorfall möglicherweise mit der Politik des georgischen Ex-Präsidenten Michail Saakaschwili verbunden sei. Laut der Diplomatin begann der Politiker eine Wahlkampagne. Er wolle „auf Kosten einer Spaltung in der Gesellschaft an die Macht kommen“.

Die Außenamtssprecherin bezeichnete das georgische Volk, seine Traditionen und Kultur als „Geisel von Nichtstuern in der Politik“.

Reaktion aus georgischen politischen Kreisen
Die georgische Präsidentin, Salome Surabischwili, erläuterte, dass Gabunija mit seinen Worten den Interessen des eigenen Landes schade.

Das Außenministerium Georgiens verurteilte in einer Pressemitteilung die Rede von Gabunija und bezeichnete sie als „Provokation, die auf eine weitere Anspannung der bereits komplizierten russisch-georgischen Beziehungen abgezielt ist“.

Michail Saakaschwili schrieb auf Facebook, dass man „die Wahrheit auf eine zivile Weise übermitteln soll“. Deshalb stelle er sich gegen „Hysterie und Provokationen“.    

Verschärfung der russisch-georgischen Beziehungen
Am 20. Juni kam es in der georgischen Hauptstadt zu Massenprotesten der Opposition. Auslöser war der Besuch einer russischen Delegation.

Die Russen hatten im georgischen Parlament an einer internationalen Tagungteilgenommen, die Problemen des Orthodoxen Christentums gewidmet war. Weil ein russischer Delegierter bei der Tagung den Vorsitz führte und dazu auf dem Platz des georgischen Parlamentschefs saß, verließ die Opposition den Saal und rief zu Demonstrationen auf. Sie forderten die Abreise der russischen Delegation sowie den Rücktritt mehrerer Politiker.

Infolge der Proteste wurden knapp 240 Menschen verletzt und mehr als 300 inhaftiert. Salome Surabischwili machte damals Russland für die Veranstaltung der antirussischen Proteste verantwortlich. „Russland ist unser Feind und Okkupant. Die von ihm gesteuerte fünfte Kolonne kann heute gefährlicher sein, als eine offene Aggression“. Die Spaltung der georgischen Gesellschaft spiele Russland in die Hände.

Flugverbot nach Georgien
Daraufhin unterzeichnete Wladimir Putin eine Anordnung, die den russischen Fluggesellschaften verbot, Flüge nach Georgien zu unternehmen. Am nächsten Tag wurde auch den georgischen Luftfahrtunternehmen diese Route untersagt. Dmitri Peskow zufolge wird das Verbot gelten, solange für russische Bürger in Georgien eine Gefahr bestehe. Putins Anordnung trat am 8. Juli in Kraft.

Inzwischen hören die antirussischen Proteste in Tiflis nicht auf. Laut Augenzeugenberichten gehen jeden Tag etwa 200 Menschen auf die Hauptstraße der Stadt. Sie bezeichnen Russland als einen „Besatzer“ und fordern den Rücktritt des Innenministers.

sputniknews


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