Anti-Extremismus-Software soll Desinformationen von Impfgegnern bekämpfen

  22 Juli 2019    Gelesen: 345
Anti-Extremismus-Software soll Desinformationen von Impfgegnern bekämpfen

Eine Software, die bislang dazu eingesetzt wird, um im Netz gewalttätigen Inhalten entgegenzuwirken, soll künftig auch gegen Desinformationskampagnen von Impfgegnern angewandt werden.

Wie der „Guardian“ berichtet, ist die Technologie des Londoner Unternehmens „Moonshot CVE“ insbesondere im Kampf gegen die Radikalisierung von Internet-Usern im Einsatz. Auch bei der Bekämpfung des Ku-Klux-Klans in den USA, des Islamischen Staates und von Rechtsradikalen in ganz Europa wurde die Software bereits verwandt. Außerdem stehen Menschenhandel und Bandenkriminalität im Fokus. 

Sucht eine Person nach einem gewalttätigen oder extremistischen Inhalt bei Google oder postet dazu einen Beitrag bei Facebook, so taucht eine Anzeige oder auch eine direkte Nachricht auf, die Hilfe anbietet – beispielsweise durch den Hinweis auf eine Beratung durch einen Sozialarbeiter. Die Daten, die das Unternehmen dem „Guardian“ zur Verfügung stellte, zeigen beispielsweise, dass in einem Zeitraum von vier Monaten 557 Mal die Stichworte „kill blacks“ gesucht wurden.

Verschwörungstheorien von Impfgegnerinnen und Impfgegnern als nächstes Ziel

Nun wird die Technik auf Impfgegner und deren mögliche Desinforamtionskampagnen zugeschnitten. Fehlende Impfungen – nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO eine der zehn größten Bedrohungen für die globale Gesundheit. „Impfgegner hat es immer gegeben“, sagte erst vor wenigen Tagen die Direktorin der WHO-Impfabteilung, Kate O'Brian. „Solche Gruppen sind ein kleines Phänomen, aber sie können ihre Botschaft mit den sozialen Medien heute weiter verbreiten als früher. Wir sind besorgt über fehlerhafte oder falsche Informationen.“

Vidhya Ramalingam, Experte für Rechtsextremismus und einer der Gründer von „Moonshot“, erklärte: „Das Internet kann genutzt werden, um gefährliche Ideen zu verbreiten. Wir haben jedoch die Möglichkeit, kreative Technologien einzusetzen, um einige der komplexesten Probleme der Welt zu lösen.“ Die Mitarbeiter des Unternehmens seien sowohl Software-Entwickler und Programmierer als auch Anti-Terror-Experten, Sozialarbeiter und Psychologen.

 

Deutschlandfunk


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