Weitere Razzia wegen Cum-Ex-Geschäften

  19 November 2019    Gelesen: 590
Weitere Razzia wegen Cum-Ex-Geschäften

Frankfurt (Reuters) - Auf Betreiben der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt haben Ermittler wegen vermuteter Tricksereien bei Aktiengeschäften (“Cum-Ex”) zwölf Wohnungen und Büros in Hessen und Bayern durchsucht.

Auch in den Niederlanden sei eine Wohnung durchsucht worden, teilte die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Dienstag mit. Die Ermittlungen richten sich gegen sechs Beschuldigte im Alter zwischen 50 und 57 Jahren. Sie sollen einen Steuerschaden von zusammen 53,3 Millionen Euro verursacht haben. An den Durchsuchungen in Hessen und Bayern seien sechs Staatsanwälte und über 100 Beamte der Steuerfahndungsstellen beteiligt gewesen.

Bei “Cum-Ex” ließen sich Anleger einmal gezahlte Kapitalertragsteuer mit Hilfe ihrer Bank mindestens zwei Mal erstatten. Dadurch sind dem Fiskus in Deutschland laut Bundesfinanzministerium mehr als fünf Milliarden Euro entgangen, bevor die Gesetzeslücke 2012 geschlossen wurde. Andere Schätzungen gehen von einem weit höheren Steuerschaden aus. In den vergangenen Jahren haben Cum-Ex-Razzien wiederholt für Aufmerksamkeit gesorgt.

Die sechs Beschuldigten sollen in den Jahren 2008 und 2009 als Mittäter Aktiengeschäfte um den Dividendenstichtag mit einem Investitionsvolumen im dreistelligen Millionenbereich getätigt haben. Sie ließen sich dann Steuern erstatten, die tatsächlich nie gezahlt wurden. Aufgrund falscher Bescheinigungen sollen Steuererstattung von insgesamt 53,3 Millionen Euro ausgezahlt worden sein. Das Geld sei mittlerweile an die Finanzbehörden zurückgezahlt worden.


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