Deutschland weist nach Tiergarten-Mord russische Diplomaten aus

  04 Dezember 2019    Gelesen: 650
 Deutschland weist nach Tiergarten-Mord russische Diplomaten aus

Nach dem Mord an einem Georgier im Berliner Tiergarten zieht die Bundesregierung Konsequenzen und erklärt zwei russische Botschaftsmitarbeiter mit sofortiger Wirkung zu unerwünschten Personen. Nun ermittelt der Generalbundesanwalt.

Im Zusammenhang mit dem Mord an einem Georgier in Berlin hat das Auswärtige Amt zwei Mitarbeiter der russischen Botschaft zu unerwünschten Personen erklärt. Mit diesem Schritt reagiere die Bundesregierung darauf, dass die russischen Behörden „trotz wiederholter hochrangiger und nachdrücklicher Aufforderungen nicht hinreichend bei der Aufklärung des Mordes“ mitgewirkt hätten, erklärte das Ministerium am Mittwoch in Berlin.

Nach der Tat war ein Verdächtiger festgenommen worden. Die Bundesanwaltschaft geht nach dem Mord dem Verdacht nach, dass der Georgier im Auftrag staatlicher Stellen Russlands oder Tschetscheniens getötet wurde. Dafür gebe es „zureichende tatsächliche Anhaltspunkte“, teilte die Behörde am Mittwoch in Karlsruhe mit. Deshalb habe die Bundesanwaltschaft den Fall übernommen.

Das Opfer, ein 40 Jahre alter Tschetschene mit georgischer

Staatsangehörigkeit, war am 23. August in einem Park im Stadtteil Moabit von hinten erschossen worden. Sein Mörder hatte sich ihm am helllichten Tag auf einem Fahrrad genähert und auf Rücken und Kopf gezielt. Der mutmaßliche Täter war kurz darauf gefasst worden und sitzt seither in Untersuchungshaft. Zu den Vorwürfen schweigt er.

Bisher hatte die Berliner Generalstaatsanwaltschaft die Ermittlungen geführt. Wegen einer möglichen Verstrickung Russlands hatte es früh Forderungen nach einer Einschaltung des Generalbundesanwalts gegeben. Die Erkenntnisse der Ermittler hatten für eine Übernahme des Falls aber nicht ausgereicht. Die Bundesanwaltschaft ist nur zuständig, wenn es zumindest einen Anfangsverdacht gibt, dass der Geheimdienst eines ausländischen Staates hinter einer Tat stehen könnte.

Quelle : welt.de


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