Trotz Beschusses durch Islamisten: Einwohner wollen Aleppo nicht verlassen

  24 Januar 2020    Gelesen: 488
Trotz Beschusses durch Islamisten: Einwohner wollen Aleppo nicht verlassen

Trotz der harten Kämpfe in der Nähe von Aleppo und Raketenangriffe durch Islamistenmilizen weigern sich die Einwohner , die Stadt zu verlassen. Dies berichtet ein Sputnik-Korrespondent vor Ort.

Am Donnerstag hatte das russische Zentrum für Versöhnung der Konfliktparteien in Syrien berichtet, dass Islamistenmilizen wie die „Islamische Turkestan-Partei“* und Haiʾat Tahrir asch-Scham* am Vortag die Stellungen der Syrischen Armee in der Nähe der Stadt Aleppo mehrmals angegriffen hätten.

Dabei seien 40 syrische Soldaten ums Leben gekommen. Mindestens 50 Islamisten seien getötet worden. Die Regierungskräfte hätten ihre Stellungen in den Dörfern Samka und Chuain al-Schaaf verlassen müssen. Allein bei dem Beschuss von Aleppo durch illegale Milizen am Mittwoch wurden zwölf Zivilisten getötet und 20 weitere verletzt, hieß es.

Ein Sputnik-Korrespondent besuchte die Straßen, die von dem jüngsten Raketenangriff betroffen waren. Eine solche Straße sei von Splittern, Glasscherben und Asphaltstücke bedeckt, hieß es. Viele Einwohner seien von der Attacke tief schockiert.

„Man kann in nur wenigen Sekunden alles verlieren“

Ein junger Mann namens Mahmud al-Schaed teilte gegenüber Journalisten mit, dass seine Schwester bei dem Angriff schwer verletzt worden sei.

„Meine Schwester war im Zimmer und ein Splitter hat sie am Kopf getroffen. Meine Mutter und ich kamen angelaufen, wir konnten die Tür nicht öffnen. Als wir die Tür einschlugen, sahen wir, dass die Schwester in Trümmern verschüttet war; sie wurde ins Krankenhaus gebracht“, sagte al-Schaed.

Das Mehrfamilienhaus, in dem der junge Mann und seine Angehörigen wohnen, traf ein Geschoss . Fenster und Türen in mindestens zwei Stockwerken wurden eingeschlagen und die Möbelstücke zerstört.

Die Einwohner dieses Stadtbezirkes würden  mutlos: Einst hätten sie in Wohlstand gelebt.  Ihr  ganzes  Hab  und  Gut hätten sie noch vor dem Krieg erworben, als die Wirtschaftsmetropole Aleppo prosperiert habe, sagte al-Schaed. Heutzutage könne man in nur wenigen Sekunden alles verlieren.

In einer naheliegenden Straße fiel ein Geschoss vor einem Haus, wobei ein 12-Jähriges Mädchen schwer verletzt wurde:

„Ich kam zum Haus, rief meine Tochter an und bat sie, meine Arzneien zu holen. Als sie das Haus verließ, kam es zu einer Explosion“, sagte der Vater der Verletzten, Faisal Abdul Karim, mit Tränen in den Augen.

Das blutende bewusstlose Kind wurde in ein Krankenhaus gebracht. Laut dem Chirurgen Anas Sakar hat das Mädchen einen Durchschuss am Bein erlitten. Ein Sprengstück habe das Muskelgewebe und einen Knochen schwer beschädigt. „Wir werden jedoch unser Bestes tun, um das Mädchen zu retten, damit sie wieder laufen kann“, sagte er.

Hoffnung auf Frieden lebt

Allerdings wollen die Einwohner von Aleppo die Stadt offenbar nicht mehr verlassen und fliehen, wie es in den Vorjahren der Fall war, als Terroristen die Metropole beschossen:

„Was auch immer die Kämpfer unternehmen mögen, wir werden von hier nicht mehr fortziehen“, sagte der Imam der lokalen Moschee, Mustafa Dahan. „Das ist unser Land, und mit ihnen wird es heute oder morgen sowieso aus sein, wir haben keine Angst vor ihnen“.

* Terrororganisationen, in Russland verboten

asch/ae/sna


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