Ein Verteidiger musste den FC Bayern retten

  17 Mai 2020    Gelesen: 507
  Ein Verteidiger musste den FC Bayern retten

46 Jahre ist es her: Der FC Bayern gewinnt mit einem 4:0 über Atlético Madrid zum ersten Mal den Europapokal der Landesmeister. Dass es so weit kommt, hat der Rekordmeister nur Georg "Katsche" Schwarzenbeck und einem fulminanten Schuss zu verdanken.

Nicht Franz Beckenbauer, nicht "Bomber" Gerd Müller oder Doppelpacker Uli Hoeneß: Der erste Triumph einer deutschen Mannschaft im Champions-League-Vorläufer "Europapokal der Landesmeister" wird noch heute vor allem mit Georg "Katsche" Schwarzenbeck in Verbindung gebracht.

Der Traum von Bayern München vom großen Finalsieg gegen Atlético Madrid scheint ausgeträumt, als der spätere spanische Nationaltrainer Luis Aragones (Europameister 2008) am 15. Mai 1974 im Brüsseler Heysel-Stadion in der Verlängerung zum 0:1 trifft (114.). Nur Sekunden sind noch zu spielen, Schiedsrichter Vital Loraux (Belgien) hat schon die Pfeife im Mund, als sich Verteidiger Schwarzenbeck ein Herz fasst - und aus über 30 Metern zum Ausgleich trifft.

Schuss mit "Glück" ins Glück

Weil das Reglement noch kein Elfmeterschießen vorsah, kommt es zwei Tage später am selben Ort zum Wiederholungsspiel. Dort hat Atlético dem Münchner Angriffswirbel nichts entgegenzusetzen. Müller und Hoeneß treffen beim 4:0 jeweils doppelt, die Bayern besteigen erstmals den europäischen Fußball-Thron. Der kicker bejubelt "die Elf, die alle Grenzen sprengt". Held Schwarzenbeck genießt eher still.

Dass sein Schuss auf regennassem Rasen überhaupt ins Tor gegangen war, sei auch "Glück" gewesen, sagt er, "standen doch alle Spieler außer dem Maier-Sepp in der gegnerischen Hälfte". Torwart Miguel Reina, Vater des späteren Bayern-Keepers Pepe Reina, machte zudem keine gute Figur. Als beim Schlusspfiff alle Mitspieler auf ihn eingestürmt waren, erzählt Schwarzenbeck, habe er gedacht: "Lieber hätte der Gerd das Tor gemacht, der kennt sich aus mit der ganzen Journalisten-Fragerei."

Schwarzenbeck (72) aber wird noch heute auf seine Heldentat angesprochen. Mittlerweile, gibt er zu, sei er aber schon "recht stolz" auf den Treffer. Es war übrigens sein einziger in 39 Spielen im Landesmeister-Cup.

Quelle: ntv.de, dbe/sid


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